Die Kissinger Wölfe (4./21) sind wieder Stadtgespräch. Zurecht, weil es eben allerhand zu erzählen gibt. Die Truppe um Spielertrainer Mikhail Nemirovsky spielt schließlich ungeachtet der jüngsten 2:4-Niederlage gegen den EV Pegnitz eine prima Landesliga-Saison. Gehört zur Spitzengruppe. Und hat am Wochenende zwei mehr als interessante Spiele vor der Brust.

Nun gut. Die Oberliga-Reserve des VER Selb (8./15) allein wird das Publikum nicht unbedingt in die Halle locken. Aber ein Comeback der besonderen Art in Reihen der Kurstädter. Vor seiner Premiere im Wölfe-Trikot steht nämlich Mark Dunlop, der seit dem 1. Dezember spielberechtigt ist. "Mittrainiert hat Mark bereits. Er wird uns sicher helfen und bringt auch eine gewisse Kompromisslosigkeit in unser Spiel, die zum Eishockey eben gehört", sagt Sportchef Thomas Berndaner über den kernigen kanadischen Verteidiger. Einiges Rätselraten herrscht hingegen in Sachen Mark Stibitz, der in der vergangenen Saison zu den Mighty Dogs gewechselt war und dort vor Kurzem als Abgang gemeldet wurde - in Richtung Bad Kissingen. An der Saale hält man sich allerdings bedeckt bezüglich dieser Personalie. Keine Bestätigung, kein Dementi.

Keinesfalls unterschätzen wollen die Kissinger Wölfe die Gäste aus Oberfranken, auch wenn deren Oberliga-Team zeitgleich ein Heimspiel gegen den EHC Klostersee hat. Immerhin fünf Saisonsiege haben die Porzellanstädter bereits auf ihrem Konto. Und genug Qualität in ihren Reihen, um auch Favoriten ärgern zu können. Zum Beispiel in Person von Kevin Tausend und Patrick Pfänder, die in der Saison 2011/2012 für die Kissinger Wölfe ihre Schlittschuhe schnürten.

Bei den Saalestädtern kommt der Einstieg von Mark Dunlop gerade recht, weil Andreas Hampl nach seiner schweren Schulterverletzung aus dem Pegnitz-Spiel ebenso ausfällt wie Jens Freund (Knieprobleme) und der gesperrte Philipp Golz. Alexander Andrusovich, der sich in Pegnitz ebenfalls verletzte, wird dagegen ebenso
wieder im Kader stehen wie Viktor Ledin nach abgelaufener Sperre.

Eine vierstellige Zuschauerzahl wird am Sonntag (18 Uhr) im Schweinfurter Icedome erwartet, wenn die Kissinger Wölfe bei den Mighty Dogs (2./24) zum Unterfranken-Derby antreten. Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga haben sich die Mainfranken trotz des radikalen Umbruchs schnell als Landesliga-Spitzenteam entpuppt. Aus dem Oberliga-Team blieben nur Michele Amrhein, Georg Lang, Jonas Knaup, Pascal Schäfer sowie Urgestein Andreas Kleider übrig. "Die Stärke der Schweinfurter ist ihre Geschlossenheit. Das ist eine Mannschaft, die kämpferisch und läuferisch immer alles gibt. Da muss man dagegen halten, sonst wird es schwer", weiß Berndaner, der ebenso bereits das ERV-Trikot trug wie Mikhail Nemirovsky, Roman Nikitin oder Mark Dunlop. Für Schweinfurt ist es bereits das zweite Derby in eigener Halle. Gegen Haßfurt verlor man jedoch Anfang November nach Penaltyschießen.

"Gegen den alten Verein will man natürlich immer gut spielen und gewinnen", sagt Thomas Berndaner, der das Team womöglich an der Bande coachen wird, weil Michael Rosin zur Trainerschein-Verlängerung in Füssen weilt.