DEC Inzell - Kissinger Wölfe 4:5 (2:0, 0:3, 2:2) - Die Fahrt an den Frillensee war irgendwie auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Vorletzter waren die Kissinger Wölfe in der vergangenen Punkterunde, hielten die Liga nur am Grünen Tisch. Definitiv Vorletzter sind seit Sonntagabend auch die Inzeller nach der Niederlage gegen die Unterfranken. Jetzt müssen die Oberbayern auf eine positive Verbands-Regelung hoffen. "Das alles ist auch eine Kopfsache. Wir rennen alle nach vorne und hinten kassieren wir die Tore", meinte DEC-Trainer Thomas Rumpeltes kopfschüttelnd.

Um ihre Fans zu mobilisieren, hatten die 250 Zuschauer freien Eintritt, weshalb die Tribüne in der Max-Aicher-Arena gut gefüllt war. Und die ungewohnt große Rückendeckung half den DEC-Cracks, die nach dem ersten Drittel mit 2:0 führten.
"Wir kamen erst 50 Minuten vor Spielbeginn an", berichtete der verletzte Sportchef Thomas Berndaner von einer hektischen Vorbereitung. Und von einem extrem ausgedünnten Kader.

Zehn Spieler plus Goalie Kevin Keßler hatten die 460 Kilometer auf sich genommen. Und brauchten eben ihre Zeit, um sich zu finden. So spielte Justin Feistle an der Seite von Charles Müller auf der ungewohnten Verteidiger-Position, das zweite Defensiv-Pärchen bildeten Kevin Faust und Michael Rosin, für den Berndaner das Coaching an der Bande übernahm. Und positiv überrascht wurde. "Endlich hat die Disziplin gestimmt. Und gekämpft haben alle", lobte der Sportchef. Nur fünf Zeitstrafen kassierten die Wölfe, vier davon in einem aufregenden Schluss-Drittel. Siebenmal saßen Inzeller Spieler auf der Sünderbank. Mit dem Anschlusstreffer von Charles Müller gewann das Bad Kissinger Spiel an Sicherheit. Ein Treffer zuvor war den Gästen quasi geklaut worden. "Der Puck war drin, die Schiedsrichter haben es aber nicht gesehen", sagte Berndaner.

Dank der Tore von Paul Schmelzer und Tom Jeffrey Goldmann, der an der Seite von Jonas Manger und Sidney Els stürmte, gingen die Kurstädter sogar mit einer Führung in den finalen Abschnitt, in dem Roman Nikitin, der mit Viktor Ledin und Schmelzer die erste Reihe bildete, auf 4:2 stellte.

Drei Reihen hatten die Oberbayern aufbieten können, und die physischen Vorteile schienen die Wende zu bringen. Inzell glich per Doppelschlag jedenfalls aus, ehe Rückkehrer Paul Schmelzer mit seinem zweiten Treffer den Auswärts-Dreier perfekt machte. Zehn Sekunden vor Schluss hatte Inzell, das längst den Goalie durch einen weiteren Spieler ersetzt hatte, die Mega-Möglichkeit auf den Ausgleich, den Kevin Keßler grandios vereitelte.
Nächsten Samstag haben die Kissinger Wölfe beim EV Dingolfing ihr letztes Saisonspiel. Und das bei einem Gegner, der jüngst seinen Aufstiegsverzicht geäußert hatte. Sicher in der Aufstiegs-Runde ist der EV Pegnitz, um den zweiten Platz streiten sich Vilshofen und Passau.