Das ist exquisit, was sich die Bad Kissinger Wölfe da eingeladen haben. Mit zwei Freundschafts-Spielen beschließt der Eishockey-Landesligist die Saison. Und unterschiedlicher könnten die Gegner nicht sein mit einem kanadischen Senioren-Team und den Junioren der Schwenninger Wildwings - mit einer speziellen Bad Kissinger Note.

Die "Lakers" kommen. Hört sich vielversprechend an. Und ist es auch, weil die kanadische Auswahl zwar ausnahmslos aus reiferen Semestern besteht, die aber ihr Handwerk beherrschen. Im Alter von 30 bis 60 Jahren sind die Cracks aus dem Mutterland des Eishockeys und befinden sich derzeit auf zehntägiger Europa-Tournee mit Stationen in Tschechien, Polen, Österreich und Deutschland. Betreut werden die Nordamerikaner, die zum größten Teil aus der Umgebung von Winnipeg kommen, von Josef Binder.
Der gebürtige Inzeller arbeitet für die "Organisation für Internationale Kontakte" in Bonn, die sich der Völkerverständigung verschrieben hat und Sport- und Kulturreisen anbietet. "Die Lakers machen alle zwei Jahre eine kleine Europa-Tournee. Und nach den Spielen gibt es mit den Gastgebern immer eine Party", sagt der Oberbayer. Auch

"Natürlich steht am Freitag (19 Uhr) der Spaß im Mittelpunkt. Einige Spieler fehlen zwar, aber drei Reihen werden wir schon zusammen bekommen", sagt Wölfe-Sportchef Thomas Berndaner, dessen Verletzung einen Einsatz weiter unmöglich macht. Getestet wird womöglich ein Tscheche. Getestet hatten die Wölfe auch, und zwar in einem lockeren Match beim ESV Würzburg. "Das Spiel endete 9:9. Das war aber mehr Gaudi. Andy Hampl stand im Tor, dafür spielte Kevin Keßler im Feld", so Berndaner.

Bei den Freezers unter Vertrag

Am Samstag (20 Uhr) sind die Gegner wesentlich jünger, aber Favoriten sind die Kurstädter wieder nicht. In der Junioren-Bundesliga spielt schließlich der Nachwuchs der Schwenninger Wild Wings aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Es ist kein Zufall, dass die Baden-Württemberger zum sportlichen Vergleich an die Saale kommen. Betreut werden die SERC-Junioren von Martin Langmann, der viele Jahre in Bad Kissingen wohnte, in unmittelbarer Nähe der Eishalle. Und dessen Söhne fleißig an ihrer Eishockey-Karriere basteln. Goalie Jonas Langmann wechselte vor der Saison von den Hannover Indians zu DEL-Spitzenreiter Hamburg Freezers. Spielpraxis bekommt der 22-Jährige dank Förderlizenz vornehmlich in Bremerhaven bei den Fishtowns Pinguins, derzeit Tabellenführer der 2. Bundesliga.

Und dessen jüngerer Bruder steht in jenem Junioren-Bundesliga-Team, das am Samstag die Kissinger Wölfe herausfordert. "Damals war mein Trainer Pavel Ekrt", erinnert sich der 19-Jährige, dessen Großeltern in Bad Kissingen leben. "Ich freue mich auf die Stadt, auf die Halle und auf die Wölfe", sagt Martin Langmann, der einen guten Kontakt zum Wölfe-Vorsitzenden Vassili Ledin hat. Dessen Sohn Viktor spielte nämlich früher in einem Team mit Jonas Langmann.

Die sportliche Zukunft von Robin Langmann ist offen, denn das Junioren-Team gibt in Bad Kissingen seine Abschieds-Vorstellung. "Das Team löst sich danach auf. Das ist quasi unsere Abschlussfahrt. Nach dem Spiel gibt es noch ein gemeinsames Essen", kündigt Martin Langmann an, der seit 2004 in Schwenningen lebt und arbeitet. Und selbst gespannt ist, wie sich die Talente aus der Affäre ziehen. "Wir haben sicher mehr Speed", denkt Langmann, dessen Team dreimal die Woche trainiert.

Mit dem Doppelvergleich endet die Eishockey-Saison in Bad Kissingen immer noch nicht. Am 15. und 16. März erlebt der Sonnenhügel-Cup eine Renaissance. "Wir bringen sogar ein rein Bad Kissinger U-12-Team aufs Eis", freut sich Thomas Berndaner auf weitere aufregende Tage auf Kissinger Eis.