TV Bliesen - Hammelburg Volleys 0:3 (30:32, 15:25, 22:25).

Wieder drei Punkte. Wieder ein Bundesliga-Debüt. Wieder wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Da zählt man doch gerne auf. Der Sieg in Bliesen war der achte in Folge für die Hammelburg Volleys, bei denen Nachwuchs-Talent Leon Greinwald im zweiten Satz zu seinen ersten Zweitliga-Minuten kam. Und der Trainer durfte konstatieren, dass alle Pläne aufgegangen waren nach den Ausfällen von Libero Lukas Baden, Luca Dierks und Oscar Benner, der krankheitsbedingt kurzfristig passen musste.

Aber improvisieren können die Saalestädter auch, bei denen David Baden in die Startformation rückte und sich Moritz Zeitler das Libero-Trikot überstreifte. "Es war klar, dass Moritz eine Option für diese Position ist. Das hatten wir im Vorfeld auch besprochen. Ich hätte nach seinem Einsatz in der vergangenen Woche auch Lukas Greinwald diese Rolle jederzeit anvertraut, aber ich wollte nicht zu viele Veränderungen auf dem Feld", erklärte Philipp Fischer.

Ein Satz mit Überlänge

Beim 3:1-Sieg im Hinspiel hatten die Hammelburger den ersten Satz verloren gegen die abstiegsbedrohten Saarländer. Ein Szenario, das auch diesmal drohte, weil die Unterfranken nur schwer ins Spiel fanden. "Wir haben viele leichte Fehler und uns das Leben damit schwer gemacht, das war nicht so schön. Aber ich habe den Jungs gesagt, dass sie die Ruhe bewahren sollen", sagte Philipp Fischer, dessen Team insgesamt fünf Satzbälle abwehrte. Und nervenstark auf eine unglückliche Entscheidung reagierte. Nach dem Aufschlag-Ass von Lorenz Karlitzek hatten die Volleys bereits den Satzgewinn gefeiert, als der Schiedsrichter sich selbst korrigierte, auf Doppelfehler entschied. "Unverständlich für mich, das hätte unserem Spiel einen Knacks geben können", so Fischer. Tat es aber nicht, weil Karlitzek wenig später dem Gegner mit Schmackes zum 32:30 einschenkte.

Ein Wirkungstreffer

Ein Wirkungstreffer für den Gegner, der im zweiten Satz nur zu Beginn auf Augenhöhe war, dann der Spielfreude der Hammelburger nichts mehr entgegenzusetzen hatte, die den Satz mit einem Ass von Moritz Rauber beendeten. Der spätere Gold-MVP sollte auch den letzten Punkt der Partie besorgen mit seinem angeschlagenen Block ins Seiten-Aus. Der dritte Satz war wieder ein zähes Ringen, das bis zum 20:20 völlig offen war. "Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne zu glänzen. Mit starken Abwehr-Aktionen von Janick Sill", bilanzierte Fischer, der in der Endphase Nico Bitsch aufs Feld beorderte, nicht zuletzt als Dankeschön für stete Aushilfs-Dienste.

In allen Sätzen hatte Hannes Krochmann als Zuspieler begonnen, um aus taktischen Gründen immer mal wieder von Laurentiu Vinatoru ersetzt zu werden. "Durch die Rotation haben wir mit Severin Hauke auf der Diagonalen einen zusätzlichen Angreifer ans Netz gebracht", weist Philipp Fischer auf Volleyball-Finessen hin.

Komplimente für den Kollegen

Kritische Töne schlug derweil Moritz Zeitler an: sich selbst gegenüber: "Das Spiel war grundsätzlich schwer. Mit meiner Leistung bin ich eher unzufrieden. Die Annahme war in Ordnung, in der Abwehr habe ich einiges verschenkt, da habe ich oft keinen Zugriff bekommen." Anerkennung zollte der eigentliche Außenangreifer dafür einem Mitspieler: "Janick Sill hat uns den zweiten Satz mit zwei Aufschlagserien fast im Alleingang geholt und hatte auch im dritten eine wichtige Aufschlag-Serie. Dazu hat er extrem viele Abwehrbälle geholt. Für mich war er unser MVP. Schade, dass das bei einem Mittelblocker oft etwas untergeht."