Mit Masse und Klasse überzeugten Edgar Feuchters Riege vom TSV Bad Kissingen beim von den Sportfreunden der WVV Würzburg ausgerichtete Nachwuchs-Boxturnier. "Ich bin heute sehr zufrieden und weiß jetzt, wo wir stehen", resümierte Trainer Edgar Feuchter. Obwohl seine Jungs teilweise Niederlagen kassierten, machten sie beste Eigenwerbung für die dritte Kissinger Boxnacht am 30.Oktober in der heimischen Bayernhalle.

Feuchters Top-Mann Louis Krassa handelte sich kurz vor dem Kampfende eine RSC-Niederlage gegen den Marktredwitzer Peter Freiberger im Männer-Cruisergewicht ein. Sein Gegner brachte internationale Erfahrung mit und machte Krassa mit Haken aus der Halbdistanz das Leben schwer.

Auch Landeskader-Kämpfer Max Neb zog im Männer-Mittelgewicht gegen den Bad Mergentheimer Janek Kuhnhäuser den Kürzeren. "Er hatte das Handicap zu bewältigen, dass er als Linkshänder zum ersten Mal in seiner Laufbahn gegen einen Linkshänder kämpfen musste", konstatierte Edgar Feuchter. Die Kissinger haben zwar bis zu 35 Faustkämpfer im Training und elf aktive Boxer, doch eben keinen Linkshänder, gegen den Neb eine solche Situation simulieren könnte.

"Unspektakulär und zu brav"

Ebenfalls als Verlierer musste Tobias Pfaff nach dem Kampf im Männer-Weltergewicht gegen David Theuer vom SSV Jahn Regensburg den Ring verlassen. Der 26-Jährige bestritt nach zweijähriger Pause wieder einen Kampf und wirkte nach Ansicht des Trainers "unspektakulär und zu brav", weswegen die Punkrichter dem Gegner den Vorzug gaben.

Dagegen vermochte Axel Fredrich seine Wettkampf-Premiere im Männer-Halbmittelgewicht gegen Andre Nöllgen vom SSV Köfering siegreich zu gestalten. Der in Neuss geborene, in Hammelburg stationierte Bundeswehrsoldat betrieb lange Thai-Boxen und wechselte jetzt zum Boxen, weil ihn dort ein Hüftschiefstand nicht behindert. Sein Siegeswille und seine Power ebneten ihm den Weg zum Erfolg in Würzburg.

Ein Duell auf höherem Niveau lieferte sich Mohammed Shadab im Männer-Mittelgewicht gegen Gor Mikayelyan aus Marktredwitz-Dörflas. Der aus Afghanistan stammende 23-Jährige habe "heute eigentlich zu viel gemacht", urteilte Edgar Feuchter, dem der technisch anspruchsvolle Kampf bei Shadabs Punktsieg imponierte.

Der Würzburger Boxer Samuel Leurer überzeugte im Männer-Weltergewicht gegen Nagib Ahmadi vom Boxklub aus Marktredwitz-Dörflas, auch wenn er nach Punkten verlor. Der 19-Jährige aus Fuchsstadt trainiert unter Nicolas Thiem beim TV Hammelburg und kämpft im WVV-Trikot, wo ihn Frank Kramosch coacht. "Er setzt gut um, was die Trainer sagen", hob der hervor.

Verband gut aufgestellt

"Jetzt mache ich seit 40 Jahre Jugend-Boxturniere, aber so viele Zuschauer wie heute habe ich noch nicht erlebt", meinte der staunende WVV-Organisator Hans Bales am Samstag. Rund 200 Zuschauer bildeten eine schöne Kulisse in der Sporthalle des Friedrich-König-Gymnasiums und mehrere Kämpfer erlebten ihre Premieren im Boxring, bisweilen frenetisch gefeiert von Freunden und Familien.

"Hier bei solchen Turnieren wird Anfängern eine Plattform gegeben und erfahrene Boxer können sich mit Kampferfahrung auf Meisterschaften vorbereiten", meinte der Rednitzhembacher Hörauf. Er sieht den Bayerischen Amateur-Box-Verband BABV derzeit sehr gut aufgestellt; es gebe im Freistaat gute Voraussetzungen für Nachwuchsboxer.

Freilich ist ihm bewusst, dass es um das Amateurboxen schlecht bestellt wäre, wenn nicht eine große Zahl von Faustkämpfern mit Migrationshintergrund den Weg in die bayerischen Vereine finden würde.