Der Steilpass ist ein Format, das sich großer Beliebtheit erfreute und welches wir künftig noch abwechslungsreicher präsentieren wollen. Diesmal müssen die Akteure nämlich nicht zwangsläufig Fußballer sein. Womit zusätzlich Drive in die Interviews kommen sollte. Das erste Anspiel kommt direkt aus der Lokalsport-Redaktion. Und weil der erste Pass so unvermittelt auf die Reise geschickt wird, braucht es einen, der mit dem Spielgerät umzugehen weiß. Souverän hat Simon Snaschel den Ball unter Kontrolle gebracht. Der 30-Jährige, der mit seiner Frau in Münnerstadt lebt, ist ja Torjäger beim Bayernligisten TSV Großbardorf.

Wie schaut Ihr Laufweg aus?

Simon Snaschel: Mein Heimatverein ist der TSV Münnerstadt, dort habe ich bis 2013 gespielt. Eine Saison war ich danach beim FC 05 Schweinfurt und bin anschließend zum ersten Mal nach Großbardorf gewechselt. Nach zwei Spielzeiten dort bin ich aus beruflichen Gründen zurück nach Münnerstadt, spiele jetzt aber seit 2018 wieder für den TSV Großbardorf.

Auch beim TSV Großbardorf ruht natürlich der Ball. Wie bleibt man mit den Kollegen in Kontakt?

Wir schreiben und telefonieren gelegentlich und tauschen uns aus. Es ist natürlich ungewohnt, die Jungs so lange nicht zu sehen, wenn man sonst vier oder fünf mal in der Woche miteinander unterwegs ist.

Gibt es vom Trainer ein Homeoffice-Programm?

Nein. Es gibt derzeit ja keinen Zeitpunkt für den Neustart, auf den man das Individualtraining ausrichten könnte. Deshalb halten wir uns eigenverantwortlich im Grundlagenbereich fit.

Ihre Lieblings-Laufstrecke?

Ich hatte mich kurz vor der Winterpause am Knie verletzt und musste im November operiert werden. Deshalb bin ich froh, seit Anfang des Jahres überhaupt wieder joggen zu können. Ich habe es nicht weit ins Grüne und laufe gerne durch die Wälder bei Münnerstadt, wenn die Bedingungen es zulassen.

Was kann ein Stürmer tun, damit der Torriecher nicht verloren geht?

Tatsächlich nicht viel. Für mich ist es deshalb schon immer wichtig, nach einer Pause direkt mit einem Tor einzusteigen. Dann ist das Selbstbewusstsein gleich wieder da und man weiß, dass man nichts verlernt hat (lacht).

Immer positiv bleiben soll man ja im Sport: Hand aufs Herz: Gibt es in Corona-Zeiten auch etwas Positives für Sie?

Ich denke, da geht es mir wie den meisten Leuten: Ich versuche immer positiv zu bleiben, habe aber auch Phasen, in denen die Situation extrem frustrierend ist. Trotzdem hoffe ich, dass wir eine gewisse Entschleunigung mitnehmen und künftig so manche Freiheiten und vermeintliche Selbstverständlichkeiten mehr zu schätzen wissen.

Oder haben Sie gar ein neues Hobby für sich entdeckt?

Gezwungenermaßen war ich bis zuletzt häufig auf dem Hometrainer gesessen. Ich kann aber nicht behaupten, dass mir das sonderlich viel Spaß gemacht hätte (lacht). Ansonsten haben wir viel Zeit damit verbracht, unser Haus zu planen. Im Frühjahr soll es auf der Baustelle losgehen. Unser künftiger Nachbar Michael Knysak sollte langsam mit seiner versprochenen Schutzhecke anfangen.

Und was vermissen Sie in dieser Pandemie am meisten?

Die sozialen Kontakte und Freiheiten, das zu tun was ich möchte. Ansonsten habe ich am meisten damit zu kämpfen, dass einem in vielerlei Hinsicht die Vorfreude genommen wird. Sei es auf Treffen mit Freunden, Urlaube, Veranstaltungen, ein Fußballspiel oder was auch immer. Es ist im Moment nichts mehr sicher und planbar.

Selber kochen oder Abholservice?

Da meine Frau im Gegensatz zu mir fantastisch kocht, sind wir auf den Abholservice nicht angewiesen. Trotzdem darf man sich ab und an etwas gönnen und damit die Gastronomie unterstützen.

Geisterspiele im Fernsehen sind...

... traurig anzusehen, aber auch eine willkommene Unterhaltung.

Was meinen Sie: Schnappt sich Schalke 04 den Negativrekord von Tasmania Berlin?

Das wäre eher eine Frage für meine Freunde aus der Nordkurve, Stefan Piecha und Tobias Breunig. Den beiden zuliebe sage ich mal: Nein, am Wochenende klappt es ganz sicher für die Schalker. Glück auf ihr beiden!

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele weiter an Marcel Röder vom TSV Reiterswiesen. Ich finde, dass man ihn nur bedingt als Fußballer bezeichnen kann und er die Anforderungen deshalb perfekt erfüllt (lacht).

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!

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