Hammelburg Volleys - VC Dresden 3:1 (21:25, 25:17, 25:22, 25:21).

Sollte Hammelburgs Abteilungsleiter Matthias Benner seinen Job wechseln? Lieber als Hellseher arbeiten? Es scheint fast so. Sagte Benner doch nach dem verdient verlorenen 1. Satz seiner Volleys gegen Dresden voraus: "Jetzt werden sich die Jungs steigern. Und dann gewinnen wir eben 3:1." So kam es. Aber es war ein hartes Stück Arbeit.

Es war die Begegnung zweier Teams, die zuletzt zweimal 3:0 gewannen. Die Hammelburger zeigten sich zudem in der heimischen Saaletalhalle bärenstark. Diesmal schien es anders zu kommen.

Bevor die Volleys, wieder mit Luca Dierks und Lorenz Karlitzek zumindest im Kader, richtig auf der Platte standen, lagen sie 0:3 zurück. Die Dresdner spielten locker auf, punkteten vor allem durch die Mitte.

Hammelburg straffte sich, brachte die Außenangreifer Moritz Zeitler und Oscar Benner ins Spiel und glich aus (5:5). Aber das Momentum blieb auf Seiten der Gäste. Ständig lagen sie ein, zwei Punkte vorn. Vor allem Felix Weishaupt trumpfte anfangs neben dem erstligaerfahrenen Martin Kroß auf. Die Volleys reagierten mehr, als dass sie die Initiative erlangten. Schon als der aus dem Rückraum heranrauschende Zeitler mit seinem Schlag an der Dresdner Mitte scheiterte (13:16), war der 1. Satz entschieden.

Trainer Philipp Fischer wechselte zwar bei 14:16 den aufschlagstarken Karlitzek ein. Vor seiner Verletzung hatte er es oft mit Angabe-Serien gerichtet. Die Einwechslung verpuffte, weil die Dresdner den Ballwechsel für sich entschieden.

Danach brachten sie den Satz relativ sicher nach Hause - auch dank eines umjubelten Aufschlag-Asses zum 17:21. Dabei leisteten sich die Gäste in diesem 1. Satz sogar einige Fehlangaben mehr als die Gastgeber. Ein ums andere Mal segelte der Ball ins Netz. Es war dann aber Hammelburgs Hannes Krochmann, der beim 21:25 seine Angabe versemmelte: 1:0 für die Dresdner.

Erstmals im Hintertreffen

Ein ungewohntes Gefühl für die Volleys-Spieler. Erstmals seit Wochen daheim im Hintertreffen. Wie nur sollten sie den Gästen ihre Spiellust nehmen? Es war Zeit für Matthias Benners Prophezeiung. Den Dresdnern sei viel gelungen im 1. Satz, ja. Aber die Hammelburger seien eigentlich besser. Mit einer Steigerung müssten sie das Spiel ziehen. Er sollte recht behalten.

Zwar zogen die VCler auch dank ihrer Außenangreifer wieder auf 2:5 davon. Doch insbesondere Oscar Benner und Moritz Rauber drehten mit tollen Schlägen und Blocks auf. Bald stand es 6:6. Nach einer weiteren Dresdner Fehlangabe zum 9:8 für Hammelburg trat Rauber zum Aufschlag an. Gleich die erste Angabe war ein Ass. Mit einer Serie schuf der 24-Jährige die Grundlage für den Satzgewinn, weil die Gäste damit Probleme hatten, nur unsauber annehmen und weiterverteilen konnten. Janick Sill legte kurz darauf mit seinen Flatterangaben nach: 14:10 nach einer schönen Aktion von Nils Rehmeier.

Den Vorsprung von drei, vier Punkten gaben die Volleys trotz großen Kampfes des Gegners nicht mehr her. Zu erwähnen noch der sensationelle Ein-Mann-Block von Oscar Benner, der das 19:14 brachte. Als die Dresdner sich noch einmal auf 19:16 heransaugten, bildeten wieder Raubers scharfe Angaben, aber auch ein effektiver Mittelblock, die Basis für beruhigende Punktgewinne. Zeitler vollendete zum 25:17; jetzt waren die Hammelburger im Spielrausch: 1:1 nach Sätzen.

Der hielt auch im dritten Abschnitt an. Selbst Unmögliches gelang. So zum Bespiel der Punkt zum 3:1, als ein Ball zu weit nach außen gestellt wurde, Benner ihn trotzdem diagonal auf einen Gegenspieler brachte, vom dem er ins Aus segelte. Die Dresdner ihrerseits kamen nicht mehr oft durch den heimischen Block durch. Und ihre Fehlerquote beim Aufschlag blieb hoch.

Zwischenzeitlich führten die Gastgeber 12:5 und 18:12. Der Abgesang für den 3. Satz? Noch lange nicht.

Dresden kam auf 19:16 heran, weil die Aufmerksamkeit der Volleys nachließ. Trainer Fischer wechselte: Laurentiu Vinatoru für Zusteller Krochmann. Trotzdem wurde es nochmal kritisch. Plötzlich stand es nur noch 22:21. Es wäre ein ärgerlicher Satzverlust. Doch wiederum war auf Benner Verlass. Und auf die Dresdner Fehlangaben.

Dresdens Rückkehr bleibt aus

Im 4. Satz gelang es den Gästen nicht zurückzukommen. Nach umkämpftem, ausgeglichenem Beginn erarbeiteten ich die Volleys - auch dank unglücklicher Dresdner Aus-Bälle - einen 10:6-Vorsprung. Der ging zwar fast wieder verloren. Doch die Hammelburger punkteten so verlässlich, dass es bald 22:18 stand.

Das letzte Dresdner Aufbäumen machte es nochmal eng: 22:20. Doch Moritz Rauber tütete den Sieg mit seinem Bock schließlich ein.

Hinterher waren sich beide Trainer einig, wer als verdienter Sieger das Spielfeld verlassen hatte. Dresdens Coach Niklas Peisl sagte, sein Team habe im 1. Satz druckvoll gespielt und Vieles sei geglückt. Hammelburg habe sich danach gut darauf eingestellt und selber druckvoll aufgeschlagen, sein Team nur noch phasenweise gut dagegengehalten. "Hammelburg hat verdient gewonnen."

Philipp Fischer fand den Anfang seines Teams "total holprig. Wir haben nicht in unseren Rhythmus gefunden. Dresden hat uns deutlich unsere Grenzen aufgezeigt und Satz 1 verdient gewonnen." Ab dem 2. Satz sei es bei seinen Hammelburgern deutlich besser geworden. "Wir waren cleverer. Wir haben es geschafft, deren Mitte so gut es geht aus dem Spiel zu nehmen." Dann habe man nur noch Martin Kroß nicht mehr gut verteidigt.

Der wurde dann auch Vize-MVP. Den Titel des "Most valuable player" holte sich verdient Oscar Benner.