Die drei Clubs aus Bad Kissingen, Maria Bildhausen und Schweinfurt haben eine Kooperation geschmiedet. Damit wollen sie nicht nur die jeweils eigenen Mitglieder überzeugen, sondern weitere von außerhalb gewinnen.
Im Fußball gibt es sie schon lange: Kooperationen benachbarter Vereine. Damit begegnen die Clubs akutem Spielermangel - und stellen sicher, dass ihre Teams über genügend Akteure für den Spielbetrieb verfügen. Jetzt haben die drei Golfvereine aus Bad Kissingen, Maria Bildhausen und Schweinfurt eine Kooperation geschlossen. Die Idee dahinter ist aber eine ganz andere.
Franz-Josef Schäfer gehörte zu derjenigen, die kürzlich im Clubhaus des GC Schweinfurt in Löffelsterz die Zusammenarbeit besiegelten. Neben dem Präsidenten des GC Bad Kissingen unterschrieben Roland Köth (Präsident GC Maria Bildhausen) und Gastgeber Manfred Filko.
"Ziel ist es, die Golfregion im nördlichen Franken als Urlaubs- und Ausflugsziel für golfende Gäste noch attraktiver zu gestalten und einen hohen Mehrwert für die Mitglieder der drei Clubs zu schaffen", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Für 199 Euro zusätzlich zum Jahresbeitrag des eigenen Vereins könnten die Mitglieder der drei Clubs innerhalb einer Saison unbegrenzt auf den anderen beiden Plätzen spielen.
Das biete ihnen mehrere Vorteile, sagt auch Franz-Josef Schäfer: Vereinsmitgliedern blieben durch die neue Regelung Kosten für die Greenfee (Gebühr zur Deckung der Betriebskosten der Golfanlage eines Clubs oder kommerziellen Betreibers) auf der fremden Anlage erspart. Sie könnten auf einen der anderen Clubs ausweichen, wenn der eigene Platz durch Turniere oder eine hohe Spielfrequenz belegt sei.
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Schäfer betont, dass die Zusammenarbeit nichts mit einem vermeintlichen Mangel an Mitgliedern zu tun habe. Den gebe es in den drei Golfvereinen nicht. "Die Mitgliederzahl ist stabil; aber man muss dranbleiben", so der 67-Jährige. Der GC Bad Kissingen lege den Fokus zwar auf den Freizeitgolf. Dennoch gebe es auch Mannschaften im Ligabetrieb. Bei ihnen sei vorerst nicht beabsichtigt, sie in die Kooperation einzubinden.
Auf Nachfrage nennt der GC-Präsident einen weiteren, gewichtigen Grund für die Zusammenarbeit. "Wir wollen uns besser vermarkten. Das ist alleine schwer; aber gemeinsam sind wir stark." Über gebündelte attraktive Angebote solle es gelingen, Urlaubsgolfer in die Region zu locken. "Wir liegen mitten in Deutschland. Es fahren so viele Golffreunde die Autobahn hoch und runter, die nicht wissen, wie schön es bei uns ist."
Zu dritt attraktiver als allein
Zusammen mit Partnerhotels könnten die drei Vereine viel attraktivere und günstigere Pakete, wie zum Beispiel "Übernachtung plus Golf" schnüren, als es ihnen einzeln möglich wäre, so Schäfer. In der Pressemitteilung wird angekündigt, eine gemeinsame "Greenfee-Card" einzuführen. Die bringe "Preisnachlässe für mehrfach spielende Gäste und schafft somit einen Anreiz, Golfrunden auf verschiedenen Plätzen in der Region zu spielen". Der Preis dieser Card liege unter dem der bestehenden Greenfee-Vereinbarung für die "Frankenregion". Alle genannten Angebote sind freiwillig, fügt Schäfer noch hinzu.