TGM Mainz-Gonsenheim - Hammelburg Volleys 1:3 (20:25, 25:20, 15:25, 23:25).

Schon mal was vom Blue-Seaven-Phänomen gehört? Der Begriff aus der Verhaltensforschung besagt, dass bei Fragen nach Lieblingsfarbe und Lieblingszahl oft die Kombination Blau-7 genannt wird. Eine Art Erfolgsformel, die perfekt zu den Hammelburg Volleys passt, die beim Gastspiel in Mainz in ihren blauen Trikots den siebten Sieg in Serie produzierten - phänomenal.

Damit verteidigten die Saalestädter ihren dritten Platz - und müssen sich dennoch auch Kritik gefallen lassen. Im Hinspiel vor wenigen Wochen hatten die Unterfranken einen glatten 3:0-Erfolg eingefahren, dem Gegner nie mehr als 21 Punkte gestattet. Diesmal war mehr drin für die Rheinland-Pfälzer, weil die ohne Mittelblocker Luca Dierks angetretenen Hammelburger immer wieder Schwächephasen einstreute. Wie im ersten Satz, der beim 21:14 für die Volleys eigentlich schon entschieden war. Bis auf drei Punkte kamen die Mainzer heran, ehe Oscar Benner den zweiten Satzball verwandelte.

Zähe Mainzer

"Wir hatten viele gute Serien. Aber wir hatten den Gegner damit nicht geknackt, waren vielleicht auch ein bisschen zu locker. Jedenfalls haben die Mainzer mit ihren guten Aufschlägen uns das Leben immer wieder schwer gemacht", analysierte Volleys-Trainer Philipp Fischer.

Die Mainzer zogen in Satz zwei mit einem 6:0-Lauf auf 11:5 davon, gerieten fast in Ekstase beim erfolgreichen Block gegen Oscar Benner. Bis zum 7:16 bekamen die Hammelburger keinen Zugriff aufs Spiel, die kleine Aufholjagd sollte nicht mehr als Ergebniskosmetik sein. Wie zuletzt mehrfach praktiziert, wechselte Philipp Fischer auf der Zuspiel-Position. Diesmal kam Hannes Krochmann für Laurentiu Vinatoru und brachte sein Team wieder in die Spur. "Wir waren etwas zu ruhig auf dem Feld. Hannes hat mit seiner emotionalen Art mehr Feuer reingebracht. Meine beiden Zuspieler ergänzen sich so gut, dass ich immer schauen kann, wer zu welchem Gegner besser passt. Einen Wechsel nehme ich aber nur vor, wenn ich wirklich einen neuen Impuls brauche", erklärt Fischer. Jedenfalls waren Oscar Benner, Moritz Rauber und Lorenz Karlitzek in diesem Abschnitt in der Folge nicht mehr einzufangen von den Mainzern.

Lukas Greinwald überzeugt

Seit dem dritten Satz stand auch Lukas Greinwald als Libero auf dem Spielfeld, weil sich Lukas Baden früh im Spiel an der Schulter verletzt hatte. "Mir wurde das Risiko zu groß, daher habe ich den Wechsel vollzogen. Und ich muss sagen, der Lukas Greinwald hat einen super Job gemacht", freute sich der Coach über den engagierten Auftritt des Youngsters.

Die 7:3-Führung im vierten Satz ließ ein schnelles Ende vermuten, aber wieder schlichen sich Nachlässigkeiten ins Hammelburger Spiel ein. Beim 22:22 durften die vom Abstieg bedrohten Gastgeber auf mindestens einen Punkt hoffen, was Nils Rehmeier und Lorenz Karlitzek zu verhindern wussten. Der spätere MVP Karlitzek stand nach seiner Verletzungspause erstmals wieder in der Startformation und bot eine starke Vorstellung. "In den entscheiden Momenten bekommen wir den Schalter umgelegt und sind hellwach", bilanziert Fischer, der vier Spieltage vor Saisonende ein Ziel vor Augen hat: "Ein Treppchenplatz wäre schon klasse."