Der VfR Sulzthal hat Blut geleckt

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Gegen Garitz geht Rannungen als Favorit ins Rennen, obwohl der TSV einen Doppelspieltag hat. Auch Untererthal muss an diesem Wochenende doppelt ran.

Mit der Empfehlung eines souveränen 4:1-Auswärtssieges bei Aufsteiger Eibstadt und dem damit zwölften Spiel in Serie ohne Niederlage reist der TSV Rannungen (3./42) voller Motivation zum TSV Bad Königshofen (6./34). Dieser dürfte sich seinerseits durch die 1:2-Niederlage in Sulzthal aus dem Kreis der Anwärter um Platz Zwei verabschiedet haben. Die Köhler-Elf hingegen kann mit einem Sieg im Grabfeld den Rang des ersten Verfolgers von Spitzenreiter Thulba einnehmen, was auch das Ziel der Gücker sein sollte, wenn auch Werner Köhler die spielerischen Qualitäten seines Ex-Vereins kennt und schätzt. "Bad Königshofen ist so etwas wie unser Angstgegner. Wir haben gegen sie noch keinen Sieg gelandet. Das wird eine verdammt schwere Aufgabe. Wenn sie ins Rollen kommen, können sie einen Gegner schon mal abschießen, wie es Bad Brückenau zum Beispiel vor kurzem erfahren musste", warnt Köhler vor der Stärke des Gastgebers, auch wenn dieser in der Rückrunde erst auf fünf Zähler kommt.


Punkte für den Klassenerhalt

Auswärts passt alles beim FC Untererthal (11./23), der vergangenen Sonntag in Nordheim (2:0) einen wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt einfahren konnte und nun hofft, bei zwei Heimpartien innerhalb von 48 Stunden Zählbares einzuheimsen. Am Freitagabend empfängt die Viktoria das Tabellenschlusslicht SG Heustreu/Hollstadt (16./13), ehe am Sonntag der FC Bad Brückenau (13./21) Gast und Gegner der Elf von Spielertrainer Michael Hammer ist. "Das ist ein sehr, sehr wichtiges Wochenende für uns mit Spielen gegen zwei direkte Konkurrenten. Ich hoffe, dass wir da nachlegen können. Um den Klassenerhalt zu schaffen, musst du auch zuhause punkten", hofft Hammer die magere Heimbilanz von nur fünf Zählern aus zehn Partien aufzupolieren. Der Mitaufsteiger aus dem Landkreis Bad Neustadt verlor bisher alle seine Begegnungen nach der Winterpause und ist im Prinzip zum Siegen verdammt. Im Hinspiel kamen die Viktorianer zu einem recht ungefährdeten 3:0-Auswärtserfolg. "Wir kennen sie recht gut. Sie haben ihre Qualitäten nach vorne und wir werden sie nicht unterschätzen."

Der FC Thulba (1./55) strauchelte bei Kellerkind Garitz, aber er fiel nicht. Nach einem 1:3-Rückstand konnte der Spitzenreiter die Partie noch drehen und gewann mit 5:3. Am Wochenende haben es die Schützlinge von Spielertrainer Victor Kleinhenz erneut mit einem Abstiegskandidaten zu tun. Die Nordheimer (12./22) setzten sich durch die 0:2-Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Untererthal selbst noch mehr unter Druck. Thulbas Coach dagegen war stolz auf seine junge Truppe: "Die Reaktion war echt irre. Wir haben nach dem Rückstand, den wir heuer in der Form noch nicht hatten, Moral und Geduld bewiesen. Nach den Problemen in Halbzeit eins haben wir es nach der Pause wahnsinnig gut hingekriegt."


Heimbilanz aufpolieren

Das Spiel gegen Nordheim möchten die Frankonen nutzen, um die Heimbilanz aufzupolieren. Wohl wissend, dass die Nordheimer Elf um das Spielertrainer-Duo Fischer/Baumüller um jeden Zentimeter Boden kämpfen wird. "Spiele gegen Nordheim waren in der Vergangenheit immer besondere Spiele. Sie brauchen jeden Punkt, doch wir haben aus den letzten vier Heimspielen zwölf Zähler bei 12:0 Toren geholt. Dies fortzuführen motiviert alleine schon", so Kleinhenz.

Auf der Überholspur befindet sich der TSV Rannungen (3./42). Sollten die Mannen von Trainer Werner Köhler am Freitagabend auch das schwere Nachholspiel in Bad Königshofen erfolgreich gestaltet haben (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet), hätte man zumindest Platz zwei inne. Zwar nur eine Momentaufnahme, aber eine schöne Ausgangsposition vor dem Match gegen den SV Garitz (14./18), gegen den Rannungen klar favorisiert ins Rennen geht. Doch Köhler mahnt: "Garitz ist nicht so einfach zu bespielen. Sie spielen körperbetont und robust, damit muss man erst zurechtkommen. Zudem ist es nach einem harten Freitagspiel sicher nicht einfach. Da gilt es schnell und gut zu regenerieren, um frisch auf den Platz zu kommen." Aufgrund der Doppelbelastung zieht es Rannungens Coach in Betracht, im Kader ein wenig zu rotieren. Garitz war stolz auf die Leistung in großen Teilen des Spiels gegen Spitzenreiter Thulba, stand aber am Ende mit leeren Händen da. "Das hätte nicht sein müssen, dass wir die Führung aus der Hand geben. Ein Punkt wäre für die Moral gut gewesen, und den hätten wir uns wohl auch verdient gehabt", fand SV-Trainer Andrzej Sadowski. Jetzt nehmen die Kissinger Stadtteilkicker einen erneuten Anlauf, um für eine Überraschung zu sorgen. "Wir werden wieder versuchen, ein Konzept zu finden, das dem Gegner nicht schmeckt", sagt Sadowski.


Gekämpft wie die Löwen

Mit drei Siegen in Serie hat der VfR Sulzthal (15./17) Blut geleckt und wieder Land in Sicht im Unterfangen, zumindest einen der Relegationsplätze zu erreichen. Allerdings steht das Team von Trainer Stephan Penquitt beim SV Burgwallbach/ Leutershausen (5./41) vor einer sehr hohen Hürde, denn die SVler sind neben Thulba und Rannungen so etwas wie das Team der Stunde. Zudem stellt die Mannschaft von Trainer Matthias Stumpf mit Benedikt Floth (21 Tore) den treffsichersten Schützen der Liga. Somit wird wieder viel Arbeit auf die VfR-Abwehr um den zuletzt bärenstarken Keeper Felix Neder zukommen. "Die Jungs haben gegen starke Bad Königshofener gekämpft wie die Löwen, sich in jeden Zweikampf gehauen und auch in Unterzahl an sich geglaubt. Wenn wir diese Elemente auf den Rasen bringen und fußballerisch wieder zulegen, können wir auch für Burgwallbach ein zäher Kontrahent sein", sagt Penquitt.


Direkter Abstiegskampf

Doppeleinsatz für den FC Untererthal (11./23), der nach dem Freitagsspiel gegen Heustreu/Hollstadt am Sonntag mit dem FC Bad Brückenau (13./21) einen weiteren direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt empfängt. Im Hinspiel gaben die Viktorianer eine Kostprobe ihrer Auswärtsstärke ab und gewannen 3:2. Dem FC Bad Brückenau gelang vor 14 Tagen ebenfalls ein Husarenstreich in Hausen (2:0), ehe am vergangenen Wochenende mit der 0:1-Heimniederlage gegen Großbardorfs Bayernliga-Reserve die Ernüchterung folgte. Die fehlende Konstanz scheint das Problem der Sinntaler in dieser Saison zu sein, weswegen der FC, derzeit zwei Punkte schlechter gestellt als der Kontrahent aus Untererthal, wahrscheinlich bis zum Ende um den Klassenerhalt zittern muss.