Horst Weese liebt die Abwechslung. "Ich laufe überall, suche mir immer neue Strecken." Mit ein Grund, warum der Sportler des TSV Münnerstadt zum Schnitthepper-Run nach Nüdlingen gekommen war. Im Hauptlauf war der ehemalige Polizei-Beamte mit seinen 72 Jahren der älteste Teilnehmer. Und hatte wieder einmal viele Konkurrenten hinter sich gelassen. 50 Kilometer läuft der Senior in der Woche, leitet aktuell den Lauf-10-Treff in Münnerstadt mit 40 Frauen und zwölf Männern. Sportlich war Horst Weese schon immer, die Lust auf‘s Laufen hat der vor sechs Jahren aus München ins Lauerstädtchen gezogene Pensionär als 40-Jähriger entdeckt. Und damit ein Lebens-Elixier auf Natur-Basis.

"Laufen ist zu empfehlen. Das hält Herz und Kreislauf stabil, wirkt zudem antidepressiv. Außerdem ist es ein Naturerlebnis. Und danach kann man essen ohne zuzunehmen." Sagt Dr.
Joachim Föhr, der zum dritten Mal beim Schnitthepper-Run startete. Der 56-jährige Internist an der Klinik Bavaria geht bei seinen Patienten mit gutem Beispiel voran. Mit Kollegen wird jeden Montag gelaufen. "Immer ab 17.15 Uhr. Für eine Stunde oder etwa zehn Kilometer", sagt Föhr, der mit seinem Arbeitskollegen Burkard Pfister nach Nüdlingen gekommen war. Beide starten am Freitag auch beim Hambach Night-Run, "weil wir gerne die regionalen Läufe unterstützen".

Das regelmäßige Laufen für sich entdeckt haben auch Jochen, Christl und Hanna Kleespies aus Hammelburg. Die Teilnahme am Fisherman's-Friend-Run durch die "Grüne Hölle" am Nürburgring hat Jochen Kleespies einen Kick gegeben, der in Nüdlingen den Hauptlauf unter die Füße nahm, "um sich selber mal zu testen". Frau und Tochter hatten sich für die NordicWalking-Strecke entschieden. Und sich ebenso über die prima Stimmung am Streckenrand gefreut wie die Mitkonkurrenten. Dafür sorgte insbesondere die mit Trommeln "bewaffnete" Handball-Jugend der DJK Nüdlingen um ihren Trainer Harry Rauch.

In Sachen Organisation hatte alles vorzüglich geklappt - und das Wetter gehalten. Etwa 40 Helfer waren im Einsatz. Mit bewährten Kräften wie Oliver Deininger an der Anmeldung, Frank Kutscher an der Zeitnahme oder dem um keinen Spruch verlegenen Moderator Klaus Beck am Mikrofon. Sicherheit an der Strecke garantierte die Freiwillige Feuerwehr aus Haard. "Durch den gleichzeitig stattfindenden Rhön-Grabfeld-Cup haben uns einige Top-Leute gefehlt, aber es war wieder eine gelungene Veranstaltung. Alleine die glänzenden Augen der Kinder bei den Nachwuchsläufen zu sehen, macht alle Mühen wett", sagt Gesamt-Organisator Wolfgang Wilm.

Hauptlauf-Sieger wurde Oliver Kleinhenz. Der für den SC Ostheim startende Bad Kissinger bewältigte die 7,3 Kilometer lange Strecke in 29:23 Minuten. Zweiter wurde Georg Wisniewski (30:10) vor Armin Stärker (33:30). Schnellste Frau war Bernadette Obermeier (36:49). "Nächstes Jahr gibt es den Schnitthepper-Run in dieser Form nicht mehr. Wir planen einen Teamwettbewerb über zwölf Kilometer mit zwei Personen und einem Fahrrad", verrät Wolfgang Wilm. Dann darf neue Geschichte geschrieben werden.