Mit Torjäger Simon Snaschel, Stammtorwart Julian Schneider, Markus Kirchner, Zarko Poznic, Adrian Reith und Stefan Piecha , dem langjährigen "Leitwolf" im Team, hatte Bayernligist TSV Großbardorf vor Saisonbeginn einen starken personellen Aderlass zu verkraften. Umso mehr setzen die Grabfeld-Gallier um ihren Trainer Andreas Brendler auf den Nachwuchs. Und der Jugendstil hat sich ausgezahlt. Brendlers Vorhaben, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln und die vielen jungen Spieler in der Bayernliga zu etablieren, ist nach Startschwierigkeiten bislang gelungen.

"Wir wussten, dass es nach diesem extremen Umbruch im Sommer nicht einfach wird. Dazu kam nach der langen Coronapause noch Verletzungspech, gerade bei den Neuzugängen. Somit war der Saisonstart äußerst holprig. Nach den ersten sieben bis acht Partien sind wir aber reingekommen, die Jungs haben super gearbeitet und daran geglaubt, dass wir gemeinsam viel erreichen können", blickt der Cheftrainer zurück. "Eine positive Entwicklung der Mannschaft und von vielen Spielern war deutlich zu erkennen. Wir konnten kontinuierlich punkten. Man darf nicht vergessen, wir haben eine extrem junge Truppe, der man auch Fehler zugestehen muss und der man auch Zeit in diesem Prozess und unserem Weg geben sollte."

Rechtzeitig die Kurve gekriegt

Auch TSV-Sportvorstand Andreas Lampert ist froh, dass sich die Mannschaft im Verlauf der Saison, obwohl es auch Rückschläge wie die 0:5-Klatsche daheim gegen die DJK Gebenbach gab, immer mehr gesteigert hat. "Nach schwierigem Start und vielen Verletzten haben wir mit unserer super jungen Mannschaft rechtzeitig die Kurve gekriegt und fleißig gepunktet. Mit dem aktuell 10. Tabellenplatz und 26 Punkten können wir extrem gut leben, da wir uns ein schönes Polster nach hinten verschafft haben, um zuversichtlich auch für die kommende Bayernliga-Saison planen zu können. Das ist unser Ziel." Wie erwähnt, begann die Saison nicht besonders erfolgreich für die Grabfelder. Nach neun Begegnungen standen sieben Punkte auf der Habenseite. Zwei Heimsiege gegen Don Bosco Bamberg (2:0) und Hof (2:1) sowie ein 1:1 in Karlburg lautete die Bilanz. Dann platzte der Knoten mit drei Siegen in Serie.

Diesem Hoch folgte wieder ein Tief (drei Niederlagen am Stück). Dann zeigte die Leistungs- und Erfolgskurve wieder einen deutlichen Ausschlag nach oben, der mit zehn Punkten in vier Spielen Ausdruck fand. Insgesamt präsentierten sich die TSV'ler daheim mit 18 Punkten (sechs Siege bei drei Niederlagen) wesentlich erfolgreicher als in der Fremde (acht Zähler).

Fünf Akteure (Justin Reichert, Julius Landeck, Xaver Müller, Lukas Illig und Tim Strohmenger, mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze, wirkten in allen 19 Bayernligaspielen mit. Reichert und Landeck standen sogar in den gesamten 1710 Minuten auf dem Platz. In der Winterpause haben Sertan Sener (berufsbedingt) und Christoph "Schnipp" Rützel (aus sportlichen Gründen) den Verein verlassen.

Ein zufriedener TSV-Trainer

Sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, damit ist Brendler zufrieden. "Letztendlich können wir damit gut leben. Ich bin überzeugt, dass noch viel mehr Potenzial in der Mannschaft steckt und wir weiterhin unsere Punkte holen werden. Respekt, wie sie Rückschläge verkraftet und sich als echtes Team gezeigt hat."

Brendler ist stolz darauf, dass sich die Mannschaft entwickelt hat, was man auch an den Ergebnissen sehen kann. Zuletzt wurden Top-Mannschaften wie Ammerthal und Vilzing mit beeindruckenden Leistungen in die Knie gezwungen. "Wenn man sieht, dass da unglaublich viele 19- und 20-Jährige auf dem Platz stehen und mit Ronny Mangold und Xaver Müller zwei der zentralen Säulen und absolute Identifikationsfiguren des Vereins auch noch aus der eigenen Jugend stammen, ist das schon bemerkenswert und zeigt den besonderen Weg des TSV, der weit und breit seinesgleichen sucht." Brendler will in den restlichen Spielen die zuletzt gezeigten Leistungen bestätigen und die Elf in bestimmten Bereichen weiter verbessern. "Ich bin positiv gestimmt, dass wir am Ende der Runde unsere Ziele erreichen und das Fundament für die nächsten Jahre schaffen. Platz 8 bis 10 wäre nach diesem Umbruch meiner Meinung nach eine beachtliche Leistung."