TuS Kriftel - Hammelburg Volleys 3:1 (25:18, 25:23, 21:25, 25:27).

Es war diese Mischung aus Frust über die eigene Leistung, dem Ärger über eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung und der bitteren Erkenntnis, dass man dieses Spiel nicht hätte verlieren müssen, die bei den Hammelburgern nach der Niederlage gegen Kriftel in der Luft lag. Dass sich die Hessen zum Angstgegner der Hammelburger entwickeln, schien fast nebensächlich.

Den ersten Wechsel gab es lange vor Anpfiff: Weil Headcoach Thiago Welter sowie Co-Trainer Alex Rost krankheitsbedingt das Bett hüten mussten, übernahm Teammanager Frank Jansen. Er wurde von Laurentiu Vinatoru und dem noch verletzten Luca Dierks unterstützt.

Ausgeglichen verlief das Spiel nur bis zur ersten technischen Auszeit, bevor sich die Hammelburger durch vermeintlich leichte Fehler immer wieder aus dem Konzept brachten und Jansen beim 8:11 die erste Auszeit nehmen musste.

Die Gastgeber agierten block- und abwehrstark. Zudem wusste Zuspieler Tobias Thiel seine Angreifer stets variabel in Szenen zu setzen. Auf der anderen Netzseite gelang es den Saalestädtern nur selten, den ersten Ball präzise zum Zuspieler zu bringen, sodass in der Offensive viel zu oft improvisiert werden musste. "Wo war der Kampfgeist, wo die Spritzigkeit", fragte die heimische Facebook-Gemeinde zurecht. Kriftel sollte eine solide Leistung reichen, um mit 1:0 in Führung zu gehen.

Im 2. Satz sahen die etwa 50 Zuschauer in Kriftel einen 3:0-Blitzstart der Hammelburger, bei denen die Körpersprache wieder hoffnungsfroh stimmte. Doch weiterhin waren es individuelle Fehler und ein Gastgeberteam, das wie im im Hinspiel "Bock auf Block" hatte, sodass sich in der ersten Satzhälfte die vom Hallensprecher oft zitierte "enge Kiste" entwickelte.

Mitte des Abschnitts schien Hammelburg in einem keineswegs hochklassigen Spiel endlich strukturierter im Spielaufbau. Doch der Ordnungssinn hielt nur solange, bis Kriftel die Schlagzahl im Angriff wieder erhöhte und mit 16:14 in die technische Auszeit ging. Nun war bei Hammelburg auf Moritz Zeitler Verlass, der über Außen immer wieder gesucht und gefunden wurde und sich in der "Crunchtime" - am Ende leider vergeblich - gegen den drohenden Satzverlust stemmte.

In der Satzpause fielen dann deutliche Worte mit positivem Effekt auf das Team, das nun die gewünschte Trotzreaktion zeigte. Endlich stand die Annahme, während Branko Damjanovic im Angriff aufdrehte und auch der Block nun zu Geschlossenheit fand.

Doch trotz komfortabler Gästeführung ergaben sich die Krifteler nicht. Sie antworteten mit guter, ehrlicher Blockarbeit. Dennoch: "El Diabolo" Branko Damjanovic konnte sein Team per Aufschlagserie und einer gewaltigen rechten Klebe zum Satzgewinn schmettern.

Schaffen es die Hammelburger in den Tiebreak oder ziehen die Gastgeber das Ding durch? Das war die Frage vor dem 4. Satz. Zunächst deutete alles auf Letzteres hin und so sah sich Frank Jansen beim 3:6 wieder gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Kriftel nahm im Aufschlag den Hammelburger Annahmeriegel unter Dauerfeuer und baute die Führung aus. Beim 5:11 war das Auszeitkontingent der Hammelburger ausgeschöpft.

Kriftel kam vermehrt aus dem Rückraum, während die Barzahl im Aufschlag hoch blieb. 10:16 betrug der Rückstand der Hammelburger, als diese endlich den Turbo zündeten und sich bis zum 16:17 ins Spiel zurückkämpften. Das Spiel stand auf Messers Schneide.

Eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung zugunsten der Gastgeber bescherte Kriftel den 23:23-Ausgleich. Hammelburg war dadurch kurz von der Rolle. Mittels zweier bärenstarker Blocks machten die Gastgeber den Spielgewinn klar. "Nach dieser genialen Aufholjagd hätte ich den Jungs den Satzausgleich so gewünscht", resümierte Frank Jansen hinterher.