Er beschreibt sich selbst als fußballverrückt und verbringt jede Menge Zeit auf dem Fußballplatz. Nicht nur als aktiver Kicker, sondern mittlerweile auch als Jugendtrainer bringt er sich voll ein. Ein Wochentag ohne das runde Leder macht den 20-jährigen Elektriker aus Frankenbrunn schon etwas nervös und wenn gar nichts ansteht, bleibt auch mal Zeit für seinen Lieblingsclub Schalke 04 oder ein Fußballtennis-Duell mit alten Weggefährten. Von seinen ehemaligen Trainern wie Gerald Betz oder Victor Kleinhenz wird er mit Lob überschüttet und nimmt selbstbewusst die Aufgaben an. Er will immer vorangehen und seine Mannschaft beim Training und den Spielen mitreißen. Was er von seinen Ex-Trainern gelernt hat und was er mit dem FC Thulba noch vorhat , verrät er im großen Steilpass-Interview.

Herr Büchner, wer hat Sie angespielt?

David Büchner: Anton Gnerlich hat mich angespielt. Vor über acht Jahren lernten wir uns als Gegenspieler kennen. Mittlerweile sind wir sehr gute Freunde geworden. Großes Thema dabei ist immer der Fußball, über den schon etliche heiße Diskussionen und Sticheleien stattgefunden haben. Trotzdem machen wir gemeinsam mit unseren Freunden auch mal Sachen, die nichts mit Fußball zu tun haben.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Meine gesamte Jugendzeit bis zur U19 spielte ich bei der SG Thulba. Danach wechselte ich für eine Saison zur U19 des FC 06 Bad Kissingen. Nach meiner Rückkehr zum FC Thulba spielte ich dann gleich bei den Herren mit. 2021 gewannen wir den Toto-Pokal. Mein bisher größter Erfolg.

Was haben Sie nach dem Abstieg mit dem FC Thulba noch alles vor mit dem Verein? Sofortiger Wiederaufstieg oder doch zunächst nur Klassenerhalt?

Das Hauptziel in der kommenden Saison ist ganz klar der Klassenerhalt. In den nächsten Jahren möchte ich persönlich dann natürlich wieder aufsteigen und den letztjährigen Abstieg wiedergutmachen. Wenn unser junger und motivierter Kader so zusammenbleibt, kann das auch durchaus funktionieren.

Der personelle Umbruch nach dem Bezirksliga-Abstieg war vielleicht doch größer als gedacht. Welchen Spieler werden Sie vermissen und auf wen freuen Sie sich besonders?

Auch vor dem Abstieg mussten wir schon viele Abgänge von Leistungsträgern wie unter anderem Victor Kleinhenz, Markus Hein oder Daniel Neder verkraften. Dazu kommt nun noch der Abgang der Heim-Brüder Lorenz und Florian, die jahrelang den Verein verkörperten und immer vorneweg gegangen sind. Beide fehlen uns nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Besonders freue ich mich auf den gefühlten Neuzugang Cedric Werner. Nach langer Verletzung ist Cedric auf einem guten Weg, wieder fit zu werden. Es wird uns sicherlich weiterhelfen.

Sie haben für unsere Region doch eine eher etwas untypische Vereins-Sympathie. Für welchen Verein schlägt Ihr Herz und warum?

Ganz klar für den FC Schalke 04. Das kommt durch meinen Papa Andreas. Seit ich denken kann, wurden entweder im Frankenbrunner Sportheim oder bei uns im Wohnzimmer alle Schalke-Spiele verfolgt, bejubelt und noch öfter verflucht. Wer dann zusätzlich mal in die Veltins-Arena darf, kann sich eigentlich nur in Schalke verlieben.

Sie haben während der Corona-Zwangspause viel Fußball-Tennis gespielt. Wie wem haben Sie sich denn so duelliert und wie viel Spaß hat es Ihnen gemacht?

Fußball-Tennis war ein absolutes Highlight. Es gab zwei starke Teams auf Augenhöhe. Auf der einen Seite standen Victor Kleinhenz, Markus Hein und Fabio Reuß, auf der anderen Sebastian Gah, Anton Gnerlich und ich. Es wurde um jeden Punkt gekämpft, gab sehr viel "Trashtalk" und danach Bier, um sich wieder zu versöhnen. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass wir bald mal wieder einen Termin finden, um zu spielen.

Ihre ehemaligen Trainer Victor Kleinhenz und Gerald Betz überschütten Sie mit Lob. "Vorbild", "Pfundskerl" oder "Fußballverrückter" sind nur einige Beispiele. Warum ist das so?

Fußballverrückter trifft es da wahrscheinlich am besten, weil ich nur sehr selten und ungern ein Training ausfallen lasse. Wenn dann mal nichts von der 1. Mannschaft im Kalender steht, findet man mich abends trotzdem auf dem Sportplatz. Entweder mit ein paar Freunden oder beim Training sowie Spiel meiner U15-Mannschaft, die ich mittlerweile in der dritten Saison trainiere.

Betz sagt über Sie, dass sich jeder Trainer so einen Spieler wie Sie wünscht und man sich auf Sie blind verlassen kann. Warum?

Ich versuche in den Spielen immer voran zu gehen und will meine Mannschaft mitreißen, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Nach so einer schlechten Saison mit Abstieg hoffe ich aber, dass alle motiviert genug sind, um alles für den FC Thulba zu geben.

Victor Kleinhenz hebt ihren Ehrgeiz und ihre Defensivqualitäten hervor. Was haben Sie von ihm gelernt?

Von Victor habe ich mir zwei wichtige Sachen abgeschaut. Zum einen die Ruhe am Ball und das man sich nicht stressen lassen darf, nur weil mal ein Gegenspieler Druck macht. Aber vor allem das Reden und allgemein die Kommunikation auf dem Platz.

Sie haben trotz ihrer jungen Jahre schon einige Positionen gespielt. Meistens zentral, entweder defensiv oder offensiv. Welche Rolle gefällt Ihnen besser?

Aufgrund von Personalnot habe ich letzte Saison sogar mehrere Spiele als Innenverteidiger gespielt; aber am liebsten spiele ich auf der Sechser- oder Achter-Position, weil ich das Spiel hier leiten und mich mit Tempo nach vorne einschalten kann.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele an Jan Hoffmann vom FC 06 Bad Kissingen weiter, der in der U19-Saison ein guter Kollege geworden ist. Ich freue mich immer, wenn ich ihn beim Fußball treffe.