Trotz zeitweise heftigen Regens war auch die 20. Bad Kissinger Zelttheaterwoche wieder ein Riesenerfolg. Über 10 000 kleine und große Besucher dürften sich nach Schätzung der Veranstalter an den sechs Tagen bis Sonntag auf der "Äktschnwiese" in der Au beim "Festival von Kindern für Kinder" bestens amüsiert haben.
Als besonders attraktiv erwies sich das diesjährige Motto "Mittelalter erleben" mit Präsentation alten Handwerks und aufregender Schwertkämpfe.
Mit dem Mittelalter-Motto wollte Cheforganisator und Jugendreferent David Rybak anlässlich des Jubiläums an die Anfänge unter den Ideengebern Benji Funck und Bernhard Sipek erinnern, die damals ihre erste Zelttheaterwoche ebenfalls unter das Ritter-Thema gestellt hatten. So gab es diesmal neben den üblichen Spiel- und Show-Angeboten ein zünftiges Lager-leben der Trimburger und Reiterswiesener Ritter und Knappen, Waffenkunde und Schwertkämpfe, Bogenschießen und orientalische Tanzdarbietungen. Altes Handwerk wurde von Könnern gezeigt, aber auch die jungen Besucher konnten Burgfräulein-Stirnbänder oder Robin-Hood-Kappen basteln.
"Unser Angebot wurde an allen sechs Tagen sehr gut angenommen", zeigte sich Rybak am Sonntag mit dem Ergebnis zufrieden. "Das Schöne an der Zelttheaterwoche ist doch ihre Vielfalt." Zwar habe es ausgerechnet am Eröffnungstag heftig geregnet, doch hätten sich die Besucher dadurch nicht irritieren lassen und in den Zelten gespielt. Der Fronleichnamstag war bei bestem Sommerwetter mit geschätzten 3500 Menschen der besucherstärkste Tag.
"Bei Regen wird das Gelände in der Au schwierig", hatte Rybak schon in den Vorjahren manches Mal leidvoll erfahren müssen. "Hier kommt das Wasser immer sofort an." Aber dank seiner 40 ehrenamtlichen Mitstreiter und "vieler kleiner Helferhände" konnten die größten Pfützen und Wasserlachen schnell mit Streu und Sand trockengelegt werden.
Ausgerechnet der ökumenische Gottesdienst als erster Programmpunkt am Sonntag musste neben die Bühne ausweichen, von der aus die Amateurgruppe "Grace" die evangelische Pfarrerin Christel Mebert und den katholischen Familienseelsorger Bernd Keller mit Musik und Gesang unterstützte. Doch dann griffen starke Mannsbilder zu den Schaufeln und füllten die Pfützen vor der Bühne mit Sand vom riesigen Sandhaufen, der in der Nähe den Kleinsten eine unerschöpfliche Spielfläche bot.
Ohne Sponsoren, Aktive und ehrenamtliche Helfer, die ihre Freizeit opfern, wäre die Zelttheaterwoche nicht jedes Jahr in diesem Umfang zu stemmen. David Rybak versäumt deshalb niemals, gerade dies immer wieder zu betonen. "Unsere Ehrenamtlichen und das Team der städtischen Jugendarbeit haben auch heuer wieder Grandioses geleistet." Doch nach der Show ist vor der Show, weiß er. Schon jetzt denkt Rybak deshalb über die 21. Zelttheaterwoche im Frühjahr 2017 nach. "Dann soll sich alles um Musik drehen - vielleicht mit einer Musik-Werkstatt, mit Tanzspielen, vielleicht auch mit Produktion eines Musikvideos", sprudeln schon erste Überlegungen. "Aber das ist alles noch nicht spruchreif. Das sind nur Ideen."