Einst war es ein beliebtes Ausflugsziel für Familien aus dem ganzen Umland und im Spielplatzkonzept der Stadt Bad Kissingen wird es aufgrund seiner Lage als unverzichtbar herausgestellt. Dennoch liegt es seit Jahren brach, zwischendurch war es sogar zum juristischen Zankapfel degradiert: Der ehemalige Kinderspielplatz der Kurverwaltung mit Minigolfanlage an den Tennisplätzen mitten im Kurpark.

Wie die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen GmbH aktuell auf Anfrage mitteilt, ist der Streit mit dem Pächter mittlerweile beigelegt und das Areal war erneut ausgeschrieben. "Ein Interessent hat sich an der Ausschreibung beteiligt", berichtet Theresa Preisendörfer aus der Pressearbeit der Staatsbad GmbH. Das Gelände gehört dem Freistaat, für die Bewirtschaftung ist die Staatsbad GmbH verantwortlich.

Stillstand und Streit statt großer Pläne

Dass auf dem rund 8000 Quadratmeter großen und idyllisch gelegenen Gelände in der Welterbezone zuletzt Kinder ihren Spaß hatten, ist schon eine Weile her: Vor neun Jahren wurden die Minigolfbahnen wegen einer Asbestbelastung abgebaut, vor vier Jahren ließ die Staatsbad GmbH dann den in die Jahre gekommenen und sanierungsbedürftigen Spielplatz sperren. Wenige Wochen später präsentierte sie mit der Firma Tour Green aus Oberhaid einen Pächter, der große Pläne für das gesamte Areal hatte.

Geplant war dort bis 2019 mindestens 350 000 Euro zu investieren, um einen Adventure-Golfplatz mit 18 Löchern zu bauen. Dieser sollte der Anziehungspunkt für 10 000 bis 40 000 Besucher pro Sasison werden. Adventure-Golf stammt aus den Vereinigten Staaten, wird auf Kunstrasen und nicht auf gefassten Bahnen gespielt und ist von der Dimension größer als das in Deutschland bekannte Minigolf. Den vollmundigen Ankündigungen folgte jedoch keine neue Freizeitattraktion, sondern Stillstand und juristischer Ärger. Zwar ließ die Firma Tour Green zu Beginn Bauzäune um das Gelände aufstellen, mehr passierte dort allerdings nicht.

Im März 2020 kündigte die Staatsbad GmbH schließlich den Pachtvertrag und der Streit zwischen beiden Parteien landete vor Gericht. "Zwischen dem Pächter und uns ist ein Vergleich zustande gekommen", berichtet die Pressesprecherin zur weiteren Entwicklung. Der Staatsbad GmbH sind durch den Streit Gerichtskosten in Höhe von 300 Euro entstanden.

Staatsbad will weiter Minigolfplatz

Nachdem der Streit beigelegt war, ging die Suche nach einem Pächter von vorn los. Die Staatsbad GmbH will weiterhin, dass an der Stelle ein Minigolfplatz beziehungsweise eine Adventure-Golfanlage inklusive Spielmöglichkeiten für Kleinkinder entsteht. Dazu ob die Staatsbad sich mit dem neuen Interessenten gut ein Jahr nach Ende der Ausschreibung geeinigt hat, macht Preisendörfer keine Angabe. Wann das Areal wiederbelebt wird "ist derzeit aus unterschiedlichsten Gründen nicht genau absehbar". Es gebe verschiedene Nutzungsszenarien für das Areal; neben einer Mini- oder Adventure-Golfanlage und einem Spielplatz seien dort auch eine gastronomische Fläche oder ein Themengarten denkbar.

Stockbahn für Skiclub bleibt

Der Skiclub Bad Kissingen nutzt auf dem Areal die vorhandene Sommerstockbahn. Laut dem zweiten Vorsitzenden Richard Fix wurde zugesichert, "dass die Stockbahn erhalten bleibt". Anders ist das mit der alten Kioskhütte im Eingangsbereich auf das Gelände. Die stand dem Skiclub bislang als Materiallager zur Verfügung. Fix geht davon aus, dass die alte Hütte dem Verein nicht erhalten bleibt - was allerdings nicht weiter tragisch wäre: "Wir sind daran interessiert, neben der Stockbahn eine neue Hütte zu bauen", sagt er. In die Pächtersuche und die Überlegungen der Staatsbad GmbH, wie es mit dem Gelände weitergeht, sei der Verein darüber hinaus nicht eingebunden.