Wenn die Abenddämmerung hereinbricht, wirkt Schloss Aschach noch privater als bei Tage. Wer durch die Räume des heutigen Graf-Luxburg-Museums schlendert, kann leicht nachempfinden, wie angenehm die einstigen Schlossbesitzer dort ihre Sommermonate verbrachten und weshalb ihr Herz so sehr an dieser Anlage hing.
Diese Stimmung so richtig nachempfinden konnten die Besucher der Aschacher Museumsnacht. Von 19 bis 22 Uhr war das Graf-Luxburg-Museum geöffnet, und es fanden verschiedene Führungen statt. Bei der ersten zeigte Museumspädagogin Susanne Bocklet - mit Perücke und verkleidet als Carola Gräfin von Luxburg - die Privaträume der Gräfin und erzählte aus dem Leben der Familie.

Aus Argentinien

"Carola Gräfin von Luxburg, war die letzte Gräfin, die in den Sommermonaten, während des normalen Museumsbetriebes, in drei privaten Räumen ihre Sommerfrische auf Schloss Aschach verbrachte", erklärte Susanne Bocklet. Gräfin Carola stammte aus Argentinien und hatte deutsche Wurzeln. Ihren Ehemann Karl Graf von Luxburg lernte sie 1919 in München kennen.
Seit 1874 diente es als Sommerschloss der Grafen von Luxburg. 1955 kam das Schloss mit seiner kompletten Ausstattung und den wertvollen Sammlungen als Schenkung in den Besitz des Bezirkes Unterfranken.
Das Graf-Luxburg-Museum befindet sich im Großen Schloss. Dort sind die Wohnräume der letzten Schlossbesitzer im Stil der Gründerzeit erhalten. Friedrich Graf von Luxburg (1829-1905) und sein Sohn Karl (1872-1956) ließen das Schloss mit wertvollen Kunstwerken und Kunstgewerbe ausstatten. Gemälde, Skulpturen, Augsburger Silber, Porzellan, Möbel sowie die bedeutende Sammlung ostasiatischer Kunst gehören zu den umfangreichen Sammlungen der Grafenfamilie.
Der Sammelleidenschaft der Grafen von Luxburg ist es zu verdanken, dass dieses Museum eine einzigartige kulturhistorische Sammlung birgt. Zu vorgerückter Stunde nahm dann Museumsleiterin Annette Späth bei ihrer Führung die Kunstsammlungen der Grafenfamilie in den Fokus. Im idyllischen, von weit ausladenden Bäumen beschatteten Schlosshof, konnten die Gäste auf Bierzeltganituren kulinarische Leckereien genießen.
Doch nicht nur drinnen, sondern auch im Schlosshof wurde an diesem Abend eine Nachtschicht eingelegt. Die Band "Nochtschicht unplugged" präsentierte handgemachte Livemusik. Die Gäste durften eine bunte Mischung bekannter Songs verschiedener Genres wie Rock, Oldies, Country und Evergreens genießen.
"Mit der Aschacher Museumsnacht, möchten wir ein Angebot für die Region machen. Wir wollen damit der einheimischen Bevölkerung die besondere, anheimelnde Atmosphäre des Schlosses und des Schlosshofes an einem Sommerabend vermitteln. Gleichzeitig soll das besondere abendliche Flair des Museums, welches normalerweise nur untertags geöffnet ist, den Besucher fühlbar machen", erklärte Museumsleiterin Annette Späth.