Wenn ein Streichquartett und ein Bandoneonspieler angekündigt werden, die Tangos von Astor Piazzolla und anderen spielen, dann hat man da gewisse Vorstellungen in Richtung einer kammermusikalischen Raffinesse. Vor allem, wenn man noch im Ohr hatte, mit welcher Delikatesse die vier Damen von "Salut Salon!" zwei Abende zuvor Piazzollas "Oblivion" oder "Adiós Nonino" gespielt hatte. Aber was die Besucher im Kurtheater tatsächlich erwartete, war etwas anderes: eine Art Popkonzert - und nicht einmal gut gemacht.

Das Hauptproblem war, dass das Solis String Quartet aus Italien mit Vincenzo di Donna und Luigi de Maio (Violine), Gerardo Morone (Viola) und Antonio di Francia (Violoncello) mit elektronischer Verstärkung spielte und dass auch das Bandoneon von Gianni Iorio verkabelt war - wie man es eben von Popkonzerten kennt. Man kann natürlich die grundsätzliche Frage stellen, was die fünf damit erreichen wollten.