Ein Ausflug der Flüchtlingskinder zum Klaushof war eine wirklich gelungene Sache. Bis man sich zu einem Picknick niederlassen wollte ...
Bad KissingenEine Sensation für die Kinder war die Fahrt zum Wildpark mit dem Kurbähnle und schon bald ertönte das Kindergartenlied "Tuff tuff tuff die Eisenbahn", das die Jüngeren im Kindergarten gelernt hatten. Als dann auch noch die Postkutsche vorausfuhr, war die Begeisterung riesengroß.
Einen unbeschwerten Nachmittag verbrachten die Flüchtlingskinder, die in Garitz und der Kernstadt untergebracht sind, vergangene Woche am Wildpark Klaushof. Organisiert hatten den Ausflug Mitglieder des Helferkreises Asyl Garitz, gesponsert wurde er von der Arbeiterwohlfahrt Bad Kissingen.
Obwohl die Helferinnen im Vorfeld Bedenken hatten, dass es bei den meist syrischen Kindern Berührungsängste mit den Tieren am Klaushof geben könnte, waren diese Bedenken unnötig. Wie alle Kinder fütterten und streichelten auch die syrischen Kinder Esel, Ziegen und Schafe, die im Eingangsbereich des Wildparks warteten, mit steigender Begeisterung. Das mitgebrachte Futter war schnell verteilt. Die Rehe, Wildschweine, die lustigen Waschbären und der Luchs, der sich sogar zeigte, die Kinder wurden nicht müde, von einem Gehege zum anderen zu eilen, um nichts zu verpassen.
Zur Stärkung vor dem Heimweg hatte der Helferkreis ein Picknick vorbereitet, das die Gruppe auf den Holzbänken neben dem Gasthaus Klaushof verzehren wollte. "Leider trübte ein Wermutstropfen den fröhlichen und unbeschwerten Nachmittag - denn die Gruppe der Flüchtlingskinder war offensichtlich nicht erwünscht an diesem Platz", sagte Betreuerin Karin Reinshagen. Das wurde den Frauen vom Helferkreis deutlich klar gemacht. "Schade, dass Flüchtlinge immer wieder mit solchen Ressentiments betrachtet werden, besonders nach solch einem fröhlichen Ausflugs-Erlebnis", sagte Reinshagen.
Hätte man absprechen können
Klaushof-Inhaber Norbert Grohmer bestätigte auf Nachfrage die Begegnung. Die Gruppe habe sich am Haus mit dem Essen ausgebreitet, leider sei das nicht mit ihm abgesprochen gewesen. Deshalb habe er die Betreuerinnen angesprochen. Gruppen würden fast täglich am Klaushof rasten, in der Regel wird das mit dem Betreiber des Restaurants kommuniziert "und war noch nie ein Problem". Im Gegenteil, "vielleicht hätten wir noch ein Eis ausgegeben", sagte Norbert Grohmer. So weit kam es an diesem Tag allerdings nicht. Das Gespräch zwischen den Parteien lief wohl etwas zu sehr auf der emotionalen Schiene. Norbert Grohmer verwehrt sich aber vehement gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit. "Da wird einem das Wort im Mund verdreht", sagte er.
Es gibt genug Picknickmöglichkeiten im Wildpark. Einfach so vor ein Restaurant zu ziehen und mitgebrachtes Essen auszupacken gehört sich nicht. Bei aller Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlichen Helferinnen, aber wie soll den Kindern die nicht immer einfache und logische "deutsche Kultur" nahegebracht werden, wenn sich Helfer wie Elefanten im Porzellanladen verhalten, das Recht alles tun und lassen zu dürfen gepachtet haben und selbst keinerlei Vorbild geben? Die Helfer sollten sich entschuldigen, nicht der Gastwirt, der hat schon genug Sorgen mit nicht-verzehrenden Besuchern und WC-Suchenden (denn es gibt kein WC im Wildpark, Zitat Bürgermeister 2015: Wer Toiletten sät, wird Kosten ernten). Und die Sponsoren sollten mal ein Gespräch mit den Helfern suchen und sie einnorden, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält. Noch mehr negative Meinungen zum Thema Flüchtlinge zu produzieren kann ja auch nicht Ziel der Helder sein. Oder?
Wenn ich an die Attacke in einem Regional"bähnle" bei Würzburg denke, finde ich das Lied "Tuff tuff tuff die Eisenbahn" irgendwie makaber. Ansonsten wäre es am Klaushof jeder nicht angemeldeten Kindergartengruppe genauso gegangen. Warum also die Aufregung?
Ein Ausflug der Flüchtlingskinder zum Klaushof war eine wirklich gelungene Sache. Bis man sich zu einem Picknick niederlassen wollte ... - das auf einem fremden Grundstück und ohne das Wissen des Eigentümers stattfinden sollte...! - Eine Gruppe Betreuer mit deutschen Kindern zum Beispiel, hätte die Örtlichkeiten ohne zu murren und ohne dem Besitzer etwas zu unterstellen, verlassen. Auch hätte niemand versucht, dem Mann ein schlechtes Gewissen zu machen, oder ihm gar Fremdenfeindlichkeit unterstellt. Doch seit unser Land von unzähligen illegal Eingereisten überschwemmt wird, muss man als Deutscher sehr genau aufpassen, wenn man solche Situationen kritisch sieht. Schnell wird man im eigenen Land zum Rechten abgestempelt! - Das Positive daran, ist meiner Meinung nach die Tatsache, das wir dann zum Glück etwa 80 Millionen Rechte im Land hätten! - Von einer tollen Willkommenskultur, die einem von den Zeitungen und Fernsehen immer vorgegaukelt wird, konnte ich noch nie etwas erkennen - die gibt es in Deutschland nicht!
MfG
Ja um Gottes Willen! Uns wurde mal beigebracht, im Gastrobereich ist das Verzehren mitgebrachter Speißen nicht besonders taktvoll. Das gehört zur Kultur und ist nur höflich hier Rücksicht auf den Wirt zu nehmen. Eine Entschuldigung seitens der anderen Partei halte ich hier für angebrachter. Um Integration und friedliches Zusammenleben zu gewährleisten, ist es von Nöten, dem Gegenüber Respekt entgegen zu bringen. Hier gehört es auch dazu, Verhaltensregeln einzuhalten. Sie hätten es im Vorfeld abklären können. Der Wirt ist hier nicht zu denonzieren! Bitte etwas mehr Anstand im Umgang miteinander vermitteln, das gehört auch zur Integration.
Das Problem kann man einfach lösen. Herr Grohmer soll die Flüchtlinge auf ein Eis einladen. Kostet nicht viel und kann als Entshuldigung durchaus ankommen. Denn Lügen scheinen die Leiterinnen nicht gesprochen zu haben. Wenn nicht einfach nur peinlich für unsere Stadt.