Den Feiertag nutzten Familien mit Kindern, um in der Rhön Schlitten zu fahren. Doch es war lange nicht so voll wie an den Tagen um den Jahreswechsel. Das gilt zumindest für den Kreuzberg. Die Parkplätze waren zwar gut belegt doch von Verkehrschaos keine Spur. Den Nummernschildern zur Folge waren es vorliegend Besucher aus Würzburg, Schweinfurt, Kitzingen und dem Großraum Aschaffenburg, die zum Kreuzberg gekommen waren.

Aus Schweinfurt in die Rhön: Nicht zum kuscheln gekommen

Eine Familie war schon am Morgen aus Schweinfurt in Richtung Rhön aufgebrochen. "Wir machen nichts falsch. Wir parken nicht wild und wir nehmen unseren Müll auch wieder mit. Wir halten uns an die Abstandsregeln", fasst die Mutter zusammen. "Wir sind ja nicht zum kuscheln in die Rhön gekommen. Ein schlechtes Gefühl, dass wir hier her fahren, haben wir nicht." Da vermutlich Tagesausflüge in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein werden, müsse der Schnee ausgenutzt werden, darüber waren sich alle Befragten einig.

Eine Großfamilie kam aus dem Raum Aschaffenburg zum Kreuzberg. Die Frau war als junges Mädchen als Spätaussiedlerin mit ihrer Familie Bischofsheim untergebracht und erinnerte sich an den den Winter am Kreuzberg. Für die weiteren Mitglieder ihrer Familie war es das erste Mal, dass sie in der Rhön waren. "Wir sind begeistert. Wenn das mit Corona vorbei ist, kommen wir wieder und machen hier Urlaub. Es ist eine traumhafte Gegend." Für die Kinder sei es das erste Mal überhaupt, dass sie Schlitten fahren können. "Das müssen wir ausnutzen solange wir können", befand der Familienvater.

Was die Ausgangsbeschränkung und die aktuelle Ankündigung der Regierung angeht, dass Tagesausflüge nicht mehr erlaubt sind, kann die Großfamilie nicht nachvollziehen. "Wir sind doch an der frischen Luft und halten uns an die Abstandsregeln. Bei uns regnet es nur. Die Spielplätze sind nicht attraktiv oder geschlossen. Unsere Kinder brauchen Abwechslung. Es tut ihnen so gut im Schnee zu spielen und auch uns tut die frische Luft und der Schnee gut."

So sehen Einheimische die Situation in der Rhön

"Wir fahren in die Rhön solange es möglich ist"

Auch eine Familie, die aus Würzburg zum Schlitten fahren zum Kreuzberg kam, sieht nichts unrechtes darin einen Tagesausflug in die Rhön zu unternehmen. "Wir halten uns an die Regeln. Wir haben unsere Verpflegung dabei. Es ist wichtig für die Kinder, dass sie etwas anderes erleben können. Wir fahren in die Rhön, solange es möglich ist."

Ob der Landkreis Rhön-Grabfeld nun ein Hotspot ist oder nicht, wie hoch der aktuelle Inzidenzwert ist, darüber hat sich keiner der Befragten vorab informiert. Der Aufenthalt an der frischen Luft, mit der eigenen Familie wird als grundsätzlich problemlos angesehen. Ein Schweinfurter Familienvater sieht die angekündigte 15 Kilometer-Umkreis-Regelung als falschen Weg an. "Wir können dann ja noch immer in eine Hotspot fahren. Es ist unsinnig immer wieder neue Regeln aufzustellen. Lasst doch die Leute an die frische Luft." Die angekündigte verstärkte Polizeipräsenz war am Kreuzberg wahrzunehmen. Eine Streife stand am Kreuzbergsattel eine andere stattete dem Parkplatz unterhalb des Gasthauses Roth eine Besuch ab. "Bisher ist alles in Ordnung", fasste Marcel Schmidt (Polizeiinspektion Bad Neustadt) die Situation zusammen.

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Keine Glühwein-Partys in der Rhön

"Es sind Familien, die mit ihren Kindern Schlitten fahren und dabei Abstand halten." Größere Gruppen bildeten sich nicht und es gab auch keine "Glühwein-Partys" auf dem Rodelhang. "Alles gut, wir müssen Familien ja nicht auseinander treiben." Dennoch ist er überzeugt, dass die verstärkte Polizeipräsenz sinnvoll sei, um die Verkehrssituation im Blick zu behalten. "Es ist wichtig, dass auf der Straße durch parkende Fahrzeuge kein Chaos entsteht und die Rettungswege frei bleiben." Aber auf allen Parkplätzen am Kreuzberg sei dies am Drei-Königstag- zumindest bis zur Mittagszeit kein Problem gewesen. Auch die Klosterwiese ist derzeit wieder ein beliebter Rodelhang. Doch von auch hier das gleiche Bild. Familien die Abstand halten und sich selbst versorgen.