Die Gemeinde Oerlenbach will die Verbindungsstraße zwischen Rottershausen und Rannungen jetzt doch nicht zurückstufen. Der Gemeinderat hat auf eine Unterschriften-Aktion der Rottershausener reagiert und sich umentschieden. Solange bis die neue Umgehungsstraße kommt, will die Gemeinde den ausgebauten Schleichweg nun doch renovieren. Eigentlich wollte sich Oerlenbach diese Kosten sparen.

Mit einer Unterschriftenliste hatten die Bürger von Rottershausen auf einen Beschluss ihrer Gemeinderäte reagiert. Die wollten mehrheitlich, dass der schmale Weg zwischen Rottershausen und Rannungen offiziell zurückgestuft wird zum Feldweg, um die Kosten für die Pflege zu sparen. Wenn die Umgehungsstraße "KG 43" erst einmal da ist, würde der "Ebenhäuserweg" überflüssig, meinten sie. Wenn. Wann das sein könnte, ist allerdings ungewiss. Zu ungewiss für eine Reihe von Bürgern aus Rottershausen. Die machten mobil und sammelten Unterschriften gegen den Plan ihrer Gemeinde, den "Ebenhäuserweg" zum Feldweg zu machen. Eine ganze Liste überreichten sie Ende Juli ihrem Bürgermeister Franz Kuhn. Der halbe Ort hatte unterzeichnet.

Zubringer zur Autobahn

Ihre Befürchtung: Wenn der ausgebaute Schleichweg erst einmal offiziell zum Feldweg geworden ist und nicht mehr einigermaßen in Schuss gehalten wird wie jetzt, weichen die Autofahrer aus und nehmen stattdessen den Weg durchs Dorf, weil das kurz und bequem ist. Melanie Stefan befürchtete damals: "Wenn wir den Verkehr einmal drin haben, ist er drin." Jetzt fungiere der Schleichweg quasi als Ortsumgehung für Rottershausen - undenkbar, die einfach aufzulösen, meinte Edith Suckfüll bei der Übergabe der Unterschriftenliste. Die Strecke diene vielen außerdem als Zubringer zur Autobahn: Eine Verkehrszählung von vor zwei Jahren soll ergeben haben, dass jeden Tag bis zu 1000 Autos über den Ebenhäuserweg holpern.

Die Gemeinden Rannungen und Oerlenbach teilen sich die Pflege der vier Kilometer langen Verbindungsstraße nach Gemarkung - etwa halb, halb. Den Winterdienst übernehmen die Gemeindearbeiter von Rannungen für die ganze Strecke - so ist es vor fast 30 Jahren abgemacht worden. Je nach Wetter kostet das die Gemeinde Rannungen 2000 bis 3000 Euro, schätzt Bürgermeister Fridolin Zehner. Für den Unterhalt kalkuliert er etwa mit noch einmal so viel. Dann, wenn sich die Arbeiter mal wieder das Bankett vornehmen müssen. Fridolin Zehner ist froh, dass die Straße jetzt doch offen bleiben soll, sagt er. "Für meine Leute, die nach Schweinfurt fahren, ist das eine wichtige Straße." Mit einer Gegenstimme hatten die Oerlenbacher Gemeinderäte ihren Feldweg-Beschluss wieder rückgängig gemacht.

"Es gibt keine andere Lösung", sagte Reinhard Landgraf bei der Sitzung. "Glücklich bin ich damit nicht, aber wenn wir es vernünftig machen wollen, bleibt uns nichts anders übrig", meinte Klemens Wolf (Bürgerblock Oerlenbach). Die Straße einer Grundsanierung zu unterziehen, komme allerdings nicht in Frage. Dass die Gemeinde die Diskussion als Reaktion auf den Unmut der Bürger noch einmal aufgenommen hat, wissen die Initiatoren zu schätzen.

"Wir freuen uns, dass die Bedenken ernst genommen wurden", sagt Erwin Stahl. Mit seinen Mitstreitern hatte er zwei Wochen lang Unterschriften gesammelt. Die Arbeit habe sich gelohnt. "Das ist sehr positiv, dass die Gemeinderäte die Entscheidung noch einmal überdacht haben."

Gefestigt Im Jahr 1989 wurde eine Vereinbarung der beiden Gemeinden aufgesetzt, die regeln sollte, wer wofür zuständig ist. Für den Winterdienst war Rannungen verantwortlich. Dass die Strecke in Schuss gehalten wird, sollte jeder auf seinem jeweiligen Abschnitt selbst regeln. Im gleichen Zug wurde aus dem Feldweg ganz offiziell eine Verbindungsstraße der beiden Gemeinden.

Befestigt Mitte der 80er hat der damals holprige Weg zwischen Rottershausen und Rannungen eine Asphalt-Decke bekommen.bcs