Die Handgriffe, die er heute macht, wären vor 15 Jahren noch unmöglich gewesen. Bei einem Motorradunfall verletzte sich Thomas Gensler schwer. Fünf Wochen und einen Tag lang lag er im Koma. Danach lernte er alles neu. Dass er einmal wieder jeden Tag zur Arbeit gehen würde, dachte niemand. "Seelenfrieden" gibt ihm der Job, sagt der 33-Jährige heute. Laboklin, die Kissinger Firma, bei der er vor zehn Monaten seinen ersten Arbeitstag hatte, macht bei einem besonderen Projekt mit. "Mensch inklusive" heißt die Initiative der Lebenshilfe Schweinfurt. Das Projekt soll helfen, behinderten Menschen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verschaffen.

"Menschen mit Behinderung werden oft immer noch auf ihre Behinderung reduziert", sagt Peter Pratsch. Höchste Zeit also für die Aktion "Mensch inklusive" der Lebenshilfe Schweinfurt. Peter Pratsch leitet das Projekt. Das sei auch deshalb so wichtig, "weil die Werkstätten nicht für jeden etwas sind". Dabei sollten alle ein Arbeitsfeld finden, in dem man sich wohlfühlt, meint er. Bis es soweit kommt, heißt es: beschnuppern.

Stefan Kohlhepp hilft beim Kennenlernen und hält Händchen beim Herantasten. Er ist als sogenannter Inklusionsberater der Lebenshilfe Ansprechpartner für alle. Am Anfang dauert es etwas, bis sich alle aufeinander einstellen, erzählt er. "Besonders, wenn das Personal noch keine Erfahrung mit Behinderten hat." Seine Empfehlung für ein lockeres Miteinander: "Einfach so annehmen wie es ist." Dass das freilich nicht immer so leicht ist, zeigt sich im Alltag.