Für den Maurermeister und Hochbautechniker Tobias Muth gehört die Motorsäge nicht zu den Berufswerkzeugen. Aber er hat eigenen Wald und macht auch selbst Holz. Daher tritt Muth bei den Waldarbeitsmeisterschaften an. An dem Wettbewerb können sonst nur Forstarbeiter teilnehmen.
Muth ist erst seit Kurzem dabei. "Seit anderthalb Jahren mache ich bei Wettbewerben mit", sagt der 29-Jährige. Vor acht Jahren habe er aber angefangen, Figuren zu schnitzen. So sei er überhaupt zu dem Motorsägen-Hobby gekommen. Christoph Hengst aus Elfershausen und Gotthard Schwender aus Gräfendorf haben ihm Technik und Kniffe gezeigt, erklärt Muth. Die Bayerischen Waldarbeitsmeisterschaften sind für ihn erst der dritte Wettbewerb.
Zum Trainieren blieb Muth diesmal nicht viel Zeit, nur zwei Tage. Für den Wettkampf ist das "etwas knapp", wie Muth sagt. Sein Übungsgelände liegt auf einem Feld bei Obereschenbach. Noch ist es nur ein Provisorium. Aber für das kommende Jahr möchten sich Muth und sein Trainingspartner Christoph Hengst dort einen festen Platz anlegen.
Die Waldarbeitsmeisterschaften sind ein reiner Berufswettkampf, erklärt Sandra Schwender. "Mit Timbersports hat das nichts zu tun" , sagt die Schiedsrichterin und Vorsitzende der Bundesregelkommission.
Die Disziplinen Mastfällung, Kettenwechsel, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt und Entastung sind mit den Aufgaben vergleichbar, die Forstleute im Wald beherrschen müssen. Durch den Wettkampf soll die Arbeit der Forstexperten für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Manches, worauf dabei geachtet wird, findet Muth nützlich für die Tätigkeit im eigenen Wald.
Bei allen Herausforderungen steht die Sicherheit im Mittelpunkt. Schwender erklärt: "Wenn das Visier nicht heruntergeklappt ist oder jemand mit laufender Kette herumgeht, gibt es Strafpunkte." Auch Muth kennt die Gefahren. "Man muss konzentriert sein, man muss wissen was man macht." Er bringt aber die nötige Erfahrung an der Motorsäge mit, denn "man muss gut mit der Säge umgehen können".