Münnerstadt
Nachgefragt

Wie steht es um die Zukunft der Mürschter Kultkneipen?

Der Bundtschu ist nicht verpachtet, den Böff bremst Corona aus. Es ist still geworden um die urigen Gasthäuser. Wird überhaupt noch mal aufgemacht?
Der Bundtschu ist derzeit nicht verpachtet. Die Suche nach neuen Betreibern gestaltet sich kompliziert.
Der Bundtschu ist derzeit nicht verpachtet. Die Suche nach neuen Betreibern gestaltet sich kompliziert. Foto: Simon Snaschel
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Seit ewigen Zeiten gehörten die Gaststätten "Beim Böff" und "Bundtschu" in Münnerstadt zum Inventar. Jetzt sind die beiden Kultkneipen seit längerem zu. Die Zukunftsperspektiven sind für beide ungewiss. Muss das Lauerstädtchen sich endgültig von den Lokalen verabschieden?

Seit Hassan Bel Mahdi im Frühjahr den Pachtvertrag für den Bundtschu gekündigt hat, steht die Kneipe in der Finsteren Gasse leer. Bis 2018 hatte Werner Müller den "Schu" 15 Jahre lang geführt. Nach dieser Ära wurde die urige Institution im Mai 2019 unter Bel Mahdi und seiner Frau wiedereröffnet.

Wenige Monate später brach die Corona-Pandemie aus und stellte die Gastronomiebranche auf den Kopf. Als sich für Bel Mahdi, der hauptberuflich im Sozialbereich arbeitet, im Frühjahr 2021 auch noch eine neue berufliche Perspektive mit Arbeitszeiten am Wochenende anbot, zog er die Reißleine.

Der Bundtschu ist in Besitz von Michael Schaub. Auf Nachfrage dieser Redaktion heißt es aus dessen Immobilienbüro, dass man weiter auf der Suche nach einer Nachfolgelösung sei. "Wir wollen demnächst in die Vermietung gehen und sind sehr bemüht, dass wieder geöffnet wird", sagt eine Mitarbeiterin. Doch gerade die nach wie vor unsichere Corona-Situation mache das Vorhaben kompliziert.

Schon seit mehr als zweieinhalb Jahren, seit Februar 2019, steht man "Beim Böff" in der Jörgentorgasse vor verschlossener Tür. Inhaber Franz Heß wollte nach überstandener Krankheit gerade wieder öffnen, als der erste Lockdown kam. "Ich kann nicht sagen, ob ich nochmal aufmache. Auf jeden Fall nicht, so lange ich Mundschutz tragen und Abstand halten muss", sagt der 72-Jährige.

Er müsse sehen, wie die Dinge sich entwickeln, so Heß. Gesundheitlich sei er immer noch etwas angeschlagen. "Ich möchte eigentlich schon öffnen, aber wenn, dann nur im Schongang mit weniger Essensangebot." Er will abwarten, bis ein Kneipenbetrieb ohne Einschränkungen möglich ist. "Dann schaue ich, wie es mir geht und treffe eine Entscheidung.

Im Februar werde ich 73, da kann ich heute keine Prognose für die Zukunft stellen." Natürlich fehlen ihm seine Kneipe und deren Besucher. "Die Kontakte mit den Leuten gehören einfach zum Leben dazu. Ich freue mich, wenn ich gefragt werde, wie es weitergeht. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man vermisst wird."Simon Snaschel