H indernisse sind dafür da, um sie zu überwinden. Die einen stöhnen und quälen sich schwerfällig auf die andere Seite, die anderen nehmen Anlauf und setzen leichtfüßig drüber hinweg. Es gibt sogar Leute, denen macht das so viel Spaß, dass sie daraus einen Sport machen. Mein Arbeitskollege Markus und sein Kumpel Simon sind solche Leute.
Sie besorgen sich eine Turnhalle, stellen die Halle mit Kästen, Reck und anderen Gerätschaften voll und üben den ganzen Abend nichts anderes, als sich möglichst effizient und geschmeidig über die Hindernisse zu bewegen. Parkour nennt sich das.

Normalerweise finden sich Parkour-Trainingsgruppen in größeren Städten, in Hammelburg gibt es seit kurzem aber auch eine. Dort habe ich während meiner Täglich-Sport-Fastenaktion vorbeigeschaut. Beeindruckt sehe ich den Jungs dabei zu, wie sie beidbeinig aus dem Stand auf einen mehr als meterhohen Kasten springen und in vollem Tempo von Hindernis zu Hindernis hechten.

Ich bekomme erste Grundlagen beigebracht, übe den Präzisions- und den Katzensprung und hüpfe filmreif über einen imaginären Lavastrom an die rettende Wand, wo ich mich mit den Fingerspitzen an einem Vorsprung fest kralle. Okay, beim ersten Mal wäre ich in den sicheren Tod gestürzt, aber sei's drum. Wenn der Turnunterricht in der Schule nur auch so cool gewesen wäre - aus mir hätte ein echter Indiana Jones werden können. Bestimmt.