Saftwaage und Erziehungsschnitt

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Beim Baumschnittkurs ging es auch in die Praxis. Foto: Gudrun Cimander
Beim Baumschnittkurs ging es auch in die Praxis. Foto: Gudrun Cimander

Großes Interesse gab es am Baumschnittkurs des Gartenbauvereins.

Rund 30 Hobbygärtner nahmen am Obstbaum-Schnittkurs des Verein für Gartenbau und Landespflege Westheim teil. Der geprüfte Gartenpfleger Edwin Fella hatte viele Ratschläge parat. Auftakt war der Erhalt der Baumgesundheit. Flechtenbewuchs schädigt den Baum nicht, betonte Fella. Flechten sind ein Zeichen für gute Luftqualität.
Dagegen sind Mispeln Schmarotzer, die den Baum schwächen und in Schach gehalten werden müssen. Beim Obstbaumpflanzen gilt, dass "Frust und Lust mit der Wahl des Standorts beginnen". Auch die Nachbarschaft zu anderen Pflanzen und Gehölzen muss berücksichtigt werden, so fördern etwa Thujapflanzen den Birnengitterrost, und beim Pflanzen von zweihäusigen Obstbäumen wie etwa Süßkirschen, muss auf die Nachbarschaft geeigneter Bestäuber geachtet werden.
Die Baumkrone muss den Licht- und Lufteinfall ermöglichen, daher gilt beim Obstbaumschnitt laut Fella die Faustregel: "Raus muss, was kreuz und quer steht, was abgestorben ist, was zu steil nach oben wächst und was zum Nachbarn rüberwächst." Die Anwesenden lernten, was die Saftwaage beim Obstbaumschnitt ausmacht und dass die ersten acht Lebensjahre eines Obstbaums die wichtigsten sind: "Was Hänschen nicht lernt ...". Beim jungen Baum wird beim Erziehungsschnitt die Baumarchitektur in Form einer Pyramide gestaltet.
Bei zu starkem Rückschnitt und wenn Äste nicht nah genug am Stamm abgeschnitten werden, kommt es zu Wasserschossern. Diese können im Sommer, da sie dann weich sind, einfach mit der Hand an der Basis herausgedreht werden. Beim Erhaltungsschnitt wird die vordefinierte Baumwuchsform erhalten und es wird leicht nachgeschnitten.
Bei alten Bäumen kann ein stärkerer Verjüngungsschnitt vorgenommen werden. Zur Optimierung der Obsternte rät Fella, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum zu reduzieren und stattdessen Nützlinge zu fördern. Ein bis zwei Vogel-Nistkästen und ein Insektenhotel pro Garten sind ausreichend. Mit einem Starenpärchen im Nistkasten eines Kirschbaums werden andere Vögel am Plündern der Kirschen gehindert.
Auch in die Veredelungstechniken von Obstgehölzen wurden die Teilnehmer eingewiesen. Die Anwesenden lernten, dass gutes Werkzeug für alle Arbeiten wesentlich ist. Aufgrund des hohen Interesses plant der Vorstand 2019 einen Extrakurs zur Veredelung von Obstgehölzen oder einen Schnittkurs für Edelgehölze. gcm