Erwartet worden war die Entscheidung als Folge der verordneten Einschränkungen in der Corona-Krise eigentlich schon im April. Gefallen ist sie aber erst jetzt: Der Kissinger Sommer 2020 wird abgesagt. Und zwar komplett. Das beschloss am Mittwochabend der Stadtrat einstimmig.

Im April hatte ein Ferienausschuss des alten Stadtrats unter dem damaligen OB Kay Blankenburg noch gezögert und nur das abgesagt, was im Grunde durch die Vorgaben der Staatsregierung ohnehin untersagt gewesen wäre: die großen Konzerte im großen Saal des Regentenbaus.

Die Pressemitteilung über die Gesamtabsage des Festivals soll damals schon vorbereitet gewesen sein. Doch die klare Entscheidung blieb aus. Die Sorge, so hieß es damals aus dem Stadtrat, der Stadt könnten bei Absagen kleinerer Konzerte, für die es keine klare staatliche Vorgabe gab, finanzielle Nachteile entstehen, war einfach zu groß. Die klaren staatlichen Vorgaben sind auch danach nicht gekommen. Offenbar hat die Stadt deshalb das rechtliche Risiko von einem Fachanwalt prüfen lassen. Welches Ergebnis diese Prüfung hatte, wurde im öffentlichen Teil der Ratssitzung nicht erklärt. Oberbürgermeister Dirk Vogel verwies am Anfang der Diskussion lediglich darauf, dass der rechtliche Hintergrund in einem vorangegangenen nichtöffentlichen Teil erörtert worden sei.