Dieser habe unter anderem Dolchreste, Rittersporen und Kugeln gefunden, welche jetzt beim Heimatverein Botenlauben in Reiterswiesen ausgestellt sind.
3. Die Zerstörung der Burg: ein Koch als Verräter
Heute kennen wir die Botenlauben nur noch als Burgruine. Doch wie kam es zu der Zerstörung der einst so prachtvollen Burg? Eine Sage erzählt die Geschichte der Zerstörung: "In der Zeit der Bauernkriege um 1525 wehrte sich das einfache Volk gegen die Obrigkeiten. Der sogenannte Aurer-Bauernhaufen hatte es auf die Burg Botenlauben, die inzwischen im Besitz des Hochstiftes Würzburg war, abgesehen. Die Aufständischen bemerkten jedoch schnell, dass sie mit Gewalt nicht in die Burg eindringen konnten. Die Festung war gut geschützt", erzählt Vogel. "Also suchten sie einen Burgbewohner, der zum Verrat bereit war. Tatsächlich verbündete sich der Koch der Burg mit dem Aurer-Haufen. Wenn er um Mitternacht dreimal auf sein Küchenbrett klopft, hat er eine Hintertür der Burg geöffnet. Der Plan ging auf. Die Aufständischen stürmten die Burg und setzten sie in Flammen. Anschließend stachen sie dem Koch die Augen aus und warfen ihn in den Brunnen. Die Menschen lieben den Verrat, aber nicht den Verräter", so Vogel. Noch heute soll man das Klopfen vom Geist des Koches in mondklaren Nächten hören.
4. Was das Kloster Frauenroth mit der Burg Botenlauben zu tun hat
"Otto von Botenlauben und seine Frau Beatrix gingen auf der Burganalage spazieren, als plötzlich ein Windstoß den Schleier der Gräfin davon wehte. Da dieser Schleier ein wertvolles Familienerbstück war, schickte Otto von Botenlauben seine Boten auf die Suche. Die Suchaktion verlief zunächst erfolglos. Erst am dritten Tag brachte eine Bauersfrau den Schleier zurück auf die Burg. Sie hatte ihn in einem Dornenbusch in Frauenroth gefunden. Für das fromme gräfliche Paar war das ein Zeichen des Himmels. An der Fundstelle des Schleiers wurde ein Kloster gegründet. So entstand das Frauenkloster Frauenroda", erzählt Werner Vogel die Schleier-Sage.
Heute sei nur noch die Kirche des früheren Klosters zu betrachten. Dort kann man auch die Gräber von Otto und seiner Beatrix und den originalen Schleier ansehen, so Vogel. In manchen Nächten könne man lodernde Flammen auf dem Kirchhof erblicken, so eine Erzählung.
Dann würden die Geister der Nonnen eine Mette abhalten, um anschließend wieder im Nebel zu verschwinden.
5. Endlich wieder Botenlauben Festspiele: Nach Corona-Pause wird wieder gefeiert
Am dritten Wochenende im September finden jährlich die Botenlauben Festspiele statt- eigentlich. Aufgrund der Pandemie konnten sie in den letzten zwei Jahren nicht durchgeführt werden. Dieses Jahr ist es wieder soweit: Vom 16. bis 18. September 2022 wird man an der Burgruine wieder ins Mittelalter zurückversetzt.
Über 300 Darstellerinnen und Darsteller in mittelalterlichen Kostümen werden Teil der Festspiele sein. Besucherinnen und Besucher können Otto von Botenlauben und Gräfin Beatrix kennenlernen, bei Ritterkämpfen mitfiebern und Minnekonzerte verfolgen. "Die Festspiele sind ein Spektakel für Klein und Groß", äußert Werner Vogel seine Vorfreude auf die Veranstaltung.
von Lilli Schaule