Der Aufwand, Gäste nach Kissingen zu locken, wird immer größer. Doch er rentiert sich: Für 2017 weist eine erste Bilanz erneut mehr als 1,6 Millionen Übernachtungen aus.Wenige Tage nach dem Jahreswechsel hat die Staatsbad GmbH bereits eine vorläufige Auswertung vorgelegt. Darin ist für 2017 von 254.315 Gästeanreisen und von 1,608 Millionen Übernachtungen die Rede. Das wäre jeweils etwas weniger als 2016. Bei den Zahlen handelt es sich laut Staatsbad GmbH aber nur um den aktuellen Stand.


Auswertung noch nicht abgeschlossen

Da die Auswertungen für das abgelaufene Jahre noch nicht ganz abgeschlossen seien, könnten die Werte noch auf das Niveau des Jahres 2016 steigen. Dafür standen laut Staatsbad GmbH insgesamt 255.149 Gästeankünfte und 1,638 Millionen Übernachtungen zu Buche.

Kurdirektor Frank Oette wertet die Zahlen als Bestätigung "für den positiven Trend der letzten Jahre". Die Staatsbad GmbH sei mit ihrem Vermarktungskonzept "auf dem richtigen Weg".


Verweildauer sinkt weiter

Aus Sicht der Staatsbad GmbH spiegelt die Auswertung einen Trend im Deutschlandtourismus wider. "Gäste verreisen häufiger, verweilen dafür aber kürzer in ihren Urlaubsdestinationen." Die Entwicklung der vergangenen Jahre bei der Verweildauer der Gäste Bad Kissingens dokumentiere das. 2017 habe die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Gäste 6,32 Tage betragen. 2016 seien es 6,4 Tage und 2015 noch 6,5 Tage gewesen.

Die Unterschiede in der Verweildauer der verschiedenen Gästegruppen Bad Kissingens sind groß. Die für Deutschlands bekanntesten Kurort nach wie vor sehr wichtigen Versicherungsgäste verweilten nach Angaben der Staatsbad GmbH 2017 im Schnitt knapp 27 Tage. Bei Tagungs- oder Seminargästen dagegen betrug die durchschnittliche Verweildauer vergangenes Jahr nur knapp 2,9 Tage.


Mehr Gästeankünfte nötig

Um die sinkende Aufenthaltsdauer ausgleichen zu können, seien mehr Gästeankünfte nötig, schreibt die Staatsbad GmbH in ihrer vorläufigen Bilanz für 2017. Bad Kissingen müsse also "immer größere Anstrengungen unternehmen", um im Wettbewerb zu bestehen. Vor diesem Hintergrund sei auch die Initiative zur Neupositionierung Bad Kissingens im Gesundheitstourismus zu sehen.

Neben der allgemeinen Entwicklung in der Branche haben auch besondere örtliche Umstände einen Einfluss auf Gästeankünfte und Übernachtungen. Im vergangenen Jahr waren laut Staatsbad GmbH "die Schließung eines Privatsanatoriums mit 95 Gästebetten" und "die durch einen Klinikkonzern vorgenommene Umwidmung von Klinikbetten zu einer Akademie mit Übernachtungsmöglichkeiten für Seminargäste" solche besonderen Umstände in Bad Kissingen.


Viel weniger Beherbergungsbetriebe

Zudem habe sich die Landschaft der Beherbergungsbetriebe in der Stadt in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich geändert. Laut Staatsbad GmbH ist die Zahl der Unterkunftsbetriebe in Bad Kissingen seit dem Jahr 2000 um knapp 52 Prozent zurückgegangen. Von ehemals 355 seien jetzt noch 171 übrig. Im selben Zeitraum habe "sich die Anzahl der Betten um nahezu 30 Prozent von 9631 auf 6893 reduziert".

Für hochwertige und gut am Markt positionierte Unternehmen stelle so eine Entwicklung eine Chance dar. Durch den Wegfall von Betrieben steige die Auslastung der verbliebenen. Die Staatsbad GmbH wertet das auch als Ermutigung für potenzielle Hotelinvestoren. Steigende Gästezahlen, die sinkende Zahl an Unterkünften und ein attraktives touristisches Angebot könnten "ein erfolgversprechendes Umfeld für Investitionen und Anlageprojekte sein".


Statistisches Landesamt noch nicht mit Zählen fertig

Die immer leicht von den örtlichen Werten der Staatsbad GmbH abweichenden Daten des Statistischen Landesamts liegen übrigens noch nicht für das ganze Jahr 2017 vor. Für das Sommerhalbjahr weisen die staatliche Statistiker im Falle der Stadt Bad Kissingen allerdings sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungen Rückgänge aus. Siegfried Farkas