Niedergetrampelte Büsche, abgekratzte Baumrinde, Müll, leere Flaschen und Bierkästen, Scherben, herumliegende Stühle, umgetretene Absperrpfosten oder beschädigte Holz-Hängematten: Mehrfach bot deshalb sich im Bad Kissinger Luitpoldpark in den letzten Wochen frühmorgens ein besorgniserregendes Bild. Das sorgt bei Polizei, Staatsbad GmbH und Parkbesucherinnen und -besuchern für großen Ärger. Sogar die Wasserwacht musste in der Saale tauchen gehen.

Wie die Polizei mitteilt, kam es zuletzt in der Nacht zum Donnerstag vor einer Woche (29. Juli 2021) zu größeren Sachbeschädigungen in den Parkanlagen. Den Schaden schätzen die Ordnungshüter auf rund 3800 Euro. Den leeren Behältnissen nach wurde wohl reichlich Alkohol konsumiert, heißt es aus Polizeikreisen. "Offenbar wurde da wild gefeiert, das waren wohl keine Rentner", wird vielmehr eine Gruppe von Jugendlichen hinter den Verwüstungen vermutet.

Weitere Schäden zu vermelden: Täter nach wie vor unbekannt

Am Donnerstagmorgen wurden die Schäden im Bereich des achteckigen Brunnens hinter der Spielbank gemeldet. Die Bad Kissinger Polizei sucht nun nach Zeugen der Vorkommnisse, die sich zwischen 22 und 6 Uhr zugetragen haben sollen. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0971 714 90 entgegen.

Auch am Freitagmorgen fanden sich Hinterlassenschaften im Luitpoldpark, diesmal am Saale-Mäander. Dort war es bereits vor einer Woche zu Verwüstungen gekommen. Ines Hartmann, Pressesprecherin der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH, sagt auf Nachfrage dieser Redaktion: "Dieses Thema beschäftigt nicht nur Bad Kissingen, sondern auch viele andere Städte." Beispielsweise Bayreuth: auch dort wird immer wieder die Wilhelminenaue vermüllt.

Sicherheitsdienst soll kontrollieren

In Bad Kissingen sei eine Entwicklung zu erkennen, bei der es vor allem zu vermehrtem Müllaufkommen und Vandalismus-Schäden komme, so Hartmann weiter. "Feiern und Partys verlagern sich in den Sommermonaten häufiger in Bereiche, die abends nicht so stark frequentiert werden." Man arbeite mit den zuständigen Behörden an einer langfristig anhaltenden Lösung, sagt die Pressesprecherin. "Im Sommer wird verstärkt ein Sicherheitsdienst eingesetzt, der die Parkanlagen regelmäßig kontrolliert", beschreibt sie die gegenwärtigen Gegenmaßnahmen. Außerdem könne die Polizei eingreifen, sollten Verstöße gegen die Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung, Ruhestörung oder Ähnliches vorliegen, so Hartmann.

Für Verärgerung sorgen die Geschehnisse auch bei Park- und Kurgästen. Zwei Besucherinnen beschwerten sich am Ort des Geschehens im Gespräch mit dieser Redaktion vor allem über Glasscherben, die für Mensch und Tier gefährlich werden können. Aufgefallen sei ihnen die Respektlosigkeit der Feiernden gegenüber Ordnungshütern: Provokativ werden da Flaschen zerschlagen, so der Vorwurf. Vorfälle dieser Art gab es in der Vergangenheit gerade im Luitpoldpark bereits häufiger. Fast schon traditionell kommt es auch im Rahmen des Rakoczy-Festes zu ähnlichen Vorkommnissen. "Dabei gab es immer wieder Probleme, weswegen die Vorfälle beim diesjährigen Festwochenende nichts Neues sind", sagt Hartmann im Rückblick auf das Event. Heuer seien die Parkanlagen stark vermüllt gewesen, Bänke und Stühle sowie die Blumenkästen am Arkadensteg wurden in die Saale geworfen. Für deren Bergung war die Wasserwacht im Einsatz. Nur zwei der zahlreichen entfernten Blumenkästen wurden aus dem Fluss geborgen, obwohl Taucher im Einsatz waren, wie die Wasserwacht mitteilt. Mit erhöhtem Personalaufkommen habe man weitere Vorfälle verhindern können, heißt es aus der Bad Kissinger Polizei.

si