In der jüngsten Gemeinderatssitzung verlängerte der Rat ein Förderprogramm, das Leerstand in Alt- und Innenorten vermeiden soll. Sie ergänzten einen Passus, für wen die Förderung gilt. Die Gemeinde fördert mit 10 Prozent, wenn die Bauleute Gebäude angehen, die über 50 Jahre alt sind und schon ein Jahr leer stehen. "Was für uns wichtig ist, weil wir öfter mal diskutiert haben: Wer muss am Ende in dem Gebäude wohnen?", sagt Bürgermeister Harald Hofmann (CSU).

Regeln soll das ein Zusatz: Die Person, der das Haus gehört, muss selbst darin wohnen oder dort den Hauptgeschäftssitz beziehen und angemeldet sein. Hintergrund: Es soll nicht als Kapitalanlage genutzt werden. Burkard Diez (UWH) fragte: "Wenn ich ein Haus saniere und meine Kinder einziehen, wird das dann nicht gefördert?" Das bejate der Bürgermeister. "Es sei denn, deine Kinder sind die Besitzer." Diez beantragte, dass auch direkte Angehörige gefördert werden, was er später wieder zurückzog.

Einzelfallentscheidungen zur Förderung möglich

Zum einen entgegnete Hofmann, dass das Ziel ja sei, Mietspekulationen zu verhindern. "Dann dürfen deine Kinder an dich keine Miete zahlen." Zum anderen wandte Stefan Schäfer (SPD) ein: "Es geht nicht darum, dass das Haus von der Oma, das die Enkel eh bekommen, noch von der Gemeinde bezuschusst wird. Es geht um die Gebäude, die schon länger leer stehen. Dass sich denen jemand annimmt und dort einzieht."

Sonst würde der Fördertopf schnell leer sein. Ansonsten gebe es ja noch die Einzelfallentscheidung, wenn das Haus der Oma lange leer steht und es eigentlich keiner haben will.

Florian Wilm (Bürgerblock) erkundigte sich nach der Kinderbezuschussung (2,5 Prozent): Wenn erst ein Antrag gestellt und gebaut wird, in der Zeit aber noch Kinder dazu kommen. Auch hier greife die Einzelfallentscheidung: Die Bauleute könnten dann immer noch einen Antrag für eine nachträgliche Erhöhung des Kinderbeitrags stellen. Der Rat beschloss mit einer Gegenstimme, das Förderprogramm fortzuführen und um den genannten Passus zu ergänzen.

Eintritt für das Jubiläumsfest 1250 Jahre

Für das Hauptfest der 1250-Jahrfeier im Juli 2022 muss der Gemeinderat Eintrittspreise festlegen. Das gilt für die Auftritte des Comedy Duos Mundstuhl am Freitag und der Fun Metal Band J.B.O. am Samstag. Das Jubiläumsgremium schlug für Mundstuhl aus vertraglichen Gründen einen Eintritt von 26 Euro vor, für J.B.O. 1250 Cent, also 12,50 Euro. Durchschnittliche Ticketpreise liegen hier bei rund 33 Euro.

Nach längerer Diskussion lagen zur Abstimmung vor:

  1. Der Beschlussvorschlag mit 26 Euro freitags und 12,50 Euro samstags.
  2. Der Antrag von Christine Fell (UWH), dass beide Tage der gleiche Preis gilt, orientiert an den Vorgaben von Mundstuhl (26 Euro). Dazu ein Kombiticket (für beide Tage) mit 12,50 Euro Rabatt.
  3. Der Antrag von Christian Höfler (Bürgerblock), der freitags einen Preis von 26 Euro inklusive eines Verzehrbons von 13,50 Euro vorschlägt. Samstag sollten es 12,50 Euro Eintritt sein. So würden effektiv beide Abende gleichviel kosten, nicht so teuer sein und die vertragliche Bindung mit Mundstuhl (26 Euro) eingehalten.

Das Gremium entschied sich mehrheitlich für den Vorschlag von Christine Fell.

Weiterer Breitbandausbau in Nüdlingen?

Die Firma Createch plant im Auftrag der Telekom einen Breitbandausbau. Sie schlägt vier Erschließungsgebiete vor, eines davon ist das Neubaugebiet in Haard. Nach einer Markterkundung erfragte die Firma eine Auflistung der Medienträger (Strom-, Gasleitungen, Wasser etc.). Florian Wilm (Bürgerblock) sagte: "Ich denke wir sollten da dringend was unternehmen und die Telekom zum einen dazu bringen, dass sie den ganzen Ort erschließen. Und zum anderen da auch unterstützen."

Jahresrechnung 2020 überprüft

Die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Christine Fell, berichtete über das Treffen mit der Gemeindeverwaltung. Die Ausschussmitglieder haben Kasseneinnahme- und -ausgabereste überprüft, sowie die Jahresrechnung, verschiedene Posten wie Feuerwehr, Grundschule, Bauhof und Personal. Sie haben keine Mängel festgestellt. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt 2020 beträgt 1,1 Millionen Euro, die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage 2020 rund 350 000 Euro. Es gab keine Einwendungen.

Planung für Schulneubau geht voran

Die ersten Vergaben für den Neubau der Schlossbergschule finden statt. Es geht um Tragwerksplanung und technische Ausstattung. Am 9. Dezember trafen sich Schulleitung, Schulamt, Gemeinde und Architekturbüro, um das pädagogische Konzept der Schule in den Bau miteinfließen zu lassen. Christine Fell war für den Gemeinderat anwesend.

Bericht vom Treffen der der Allianz Kissinger Bogen

Nach der Evaluierung der Allianz geht es darum, wohin sich die Allianz weiterentwickelt. Ein Ziel sei, sich darum zu kümmern, Bauschutt- und Klärschlammentsorgung gemeinsam anzugehen.

Bauangelegenheiten

Das Erdgeschoss in der Frankenstraße 4 kann nun als Büro genutzt werden. In der Münnerstädter Straße 54 dürfen die Bauleute ein Carport bauen, sowie vier Nebengebäude abreisen.

Im Bebauungsplan "Wurmerich-Ost" soll eine als Spielplatz angedachte Fläche zwischen Mittel- und Bergstraße zu Wohnfläche werden. Neben dem Wurmerich 28 sollen sechs Grundstücke entstehen. Zwei Garagen sind bereits genehmigt. Im Bebauugsplan "Nüdlingen Nord I" darf ein Antragssteller nun unter der Haardstraße 42a bauen, was vorher gesetzlich nicht möglich war.

Spende an Projekt DenkOrt Deportationen

Das DenkOrt-Projekt soll mit Koffern am Würzburger Bahnhof an die Deportationen der Juden in der Region erinnern. Nüdlingen hatte keine jüdische Gemeinde, daher auch keinen Koffer beigetragen. Vorschlag war, das Projekt mit 500 Euro zu unterstützen. Uwe Beer (CSU) beantragte, das Projekt nur mit 100 Euro zu unterstützen. Mit drei Gegenstimmen stimmte das Gremium, das Projekt um 500 Euro zu unterstützen.

Anmerkungen der Gemeinderatsmitglieder

Anita Haub (Bürgerblock) wies darauf hin, dass die Fenster der unbezogenen Sozialwohnung Wurmerich 55 oft angelaufen sind und bat, zu Lüften.

André Iff (CSU) nahm das zum Anlass, erneut auf die Baudauer hinzuweisen. Der Architekt wird daher im Januar zur Sitzung eingeladen.

Markus Lipsius (CSU) sprach das "übersichtliche" Impf- und Testangebot an und bat, das zu verbessern. Klaus Beck (Bürgerblock) forderte Parkverbote in der Ümpfigstraße, damit die Straße nicht zugeparkt wird.

Uwe Beer (CSU) bat, dass der Winterdienst die Straßen an "noralgischen" Stellen wie dem Wurmerich besser räumt.