Die pure Lebensfreude strahlten die Gäste aus Asien aus, und so sprang der Funke der Völkerverständigung am Samstagabend rasch auf die Zuschauer über. Die jungen Koreaner im Alter von elf bis 18 Jahren befinden sich derzeit auf einer zehnmonatigen Reise durch fremde Länder. Die Absolventen der Reiseschule "The Habanha" besuchen die Türkei, Ägypten, Spanien, Frankreich, Deutschland und Indien. So lernen sie andere Kulturen nicht nur durch Bücher kennen.
Begleitet werden sie von ihrer Lehrerin Sunny, deren Ehemann J-Sik und weiteren Pädagogen. "Hoffentlich erleben wir in Korea auch eine Wiedervereinigung wie die Deutschen", so ihr ganz persönlicher Wunsch.
"Es ist schon recht ungewöhnlich, wenn dieses alte Fachwerkhaus solch exotische Tänze erlebt", freute sich Ingrid Mützel. Zusammen mit Jutta Schlereth und weiteren Teilnehmer der Machtilshausener Pilgergruppe "In zehn Jahren nach Santiago" hatte sie die Koreaner im vorigen Jahr im spanischen Wallfahrtsort Ponferrada kennen gelernt.

Rolf Hofmann übersetzte


Übersetzungsarbeit leistete auch heuer wieder Organisator Rolf Hofmann. So erfuhren die Zuhörer, dass Sunny und die Reiseschule humanitäre Ziele verfolgen: freundliche Toleranz, steter Wissenshunger, gegenseitiger Respekt und vor allem friedvolle Herzensbildung.
Das kam voll und ganz beim Publikum an. "Diese ursprüngliche Kraft der Koreaner ist faszinierend", kommentierte ein Zuschauer. Die Jugendlichen glänzten sowohl mit traditionellen Tänzen ihres Landes als auch mit modernen Liedern, zum Beispiel aus "Sister Act". Die Rhythmen der vielen Trommeln zogen die Zuhörer ebenso in ihren Bann. Hierbei kamen auch die Jugendlichen Sebastian Zier, Lisa Schlereth und Philipp Kühnlein aus Machtilshausen zum Einsatz.

Morgens eine Stunde Joggen


Diese kulturelle Begegnung sei von hohem Stellenwert und könne das Langendorfer Schulprojekt "Leben vor unserer Zeit" noch toppen, meint Jutta Schlereth. Seit Mittwoch wohnten die Gäster im Schreinersch-Haus. In dieser Zeit erfuhr Schlereth auch von einigen kulturellen Unterschieden: Morgens joggen die Koreaner gern eine Stunde lang, Mineralwasser mit Kohlensäure kennen sie nicht, und in die Sauna geht es nur nach Geschlechtern getrennt.