"Ich weiß, dass ich keine leichte Aufgabe übernehme. Da mache ich mir keine Illusionen", sagt der 38-Jährige, der seine Vorgängerin in den höchsten Tönen lobt. Besonders die freundliche und familiäre Atmosphäre an der Musikschule sei zweifellos Wagners Verdienst. Diesen harmonischen Umgang miteinander würde er gern fortführen.

Das Rüstzeug für seinen späteren Beruf erwarb der gebürtige Tscheche bei renommierten Lehrkräften in seiner Heimat. Anschließend spielte er in namhaften Orchestern und Ensembles, mit denen er sogar mehrfach im In- und Ausland auf Konzerttournee war.

"An der Uni Olmütz habe ich im Studentenchor Ateneo meine spätere Ehefrau Zuzana, die aus der Slowakei stammt, kennengelernt, Mitte August 2010 wurde geheiratet", gibt der inzwischen dreifache Familienvater ein paar Details aus seinem Privatleben preis. "Schon zwei Wochen später sind wir nach Deutschland umgezogen, weil meine Frau seinerzeit in Roding eine Stelle als Ärztin gefunden hatte". Mittlerweile arbeitet sie in Bad Kissingen, wo inzwischen auch der Lebensmittelpunkt für das Paar mit den drei Kindern zwischen vier und neun Jahren ist.

Kein Geheimnis macht Jan Jancálek daraus, dass für ihn der Start in Deutschland nicht zuletzt wegen damals "spärlicher Sprachkenntnisse" nicht gerade leicht gewesen sei. "Ich war zuerst lange ohne Arbeit", blickt der 38-Jährige zurück. Seine Zeit als "Hausmann" habe er aber intensiv zum Lernen genutzt und entsprechende Sprachkurse besucht. Über einen Minijob als Schüler-Mittagsbetreuer in Münnerstadt fand der Musiklehrer mit Tätigkeiten in Bad Kissingen, Bad Brückenau und Rhön-Grabfeld schließlich nach und nach wieder in seinen Beruf zurück. Seit Februar 2015 gehört er zum Lehrkörper der August-Kömpel-Musikschule und unterrichtet die Fächer Violoncello, Blockflöte und Musikalische Früherziehung (MFE).

Nicht nur üben

"Musik gehört zur Allgemeinbildung. Sie hilft uns, unseren Geist zu entwickeln", betont Jancálek mit Nachdruck. Deshalb wird es nach eigenen Worten sein Bestreben sein, "dass wir uns als Musikschule noch mehr als bisher in der Öffentlichkeit zeigen können". Der künftige Leiter findet es schade, dass die Schülerinnen und Schüler jeglicher Altersstufen oft mit viel Zeit und Geduld ein Programm einüben, "das dann nur ein- oder zweimal einem größerem Publikum präsentiert wird". Gerade solche Auftritte würden doch eine gute Werbung darstellen. Der 38-Jährige hat auch schon einen Plan im Kopf, wie sein Vorhaben funktionieren könnte. Er denkt da beispielsweise an noch stärkere Kooperationen mit den Musizierenden in den Gemeinden der Brückenauer Rhönallianz oder in der Stadt Bad Kissingen.

Ein wichtiges Anliegen ist es für ihn darüber hinaus, die schwierige finanzielle Situation der August-Kömpel-Musikschule in den Griff zu bekommen. "Wir machen die Arbeit doch besonders für unsere Kinder, aber auch für uns selbst und für künftige Generationen", appelliert er an potenzielle Sponsoren und Unterstützer sowie an die kommunalen Entscheidungsträger. Übrigens müsse man nicht unbedingt ein Kind oder Jugendlicher sein, um mit dem Spielen auf einem Instrument zu beginnen. Etwas lernen könnten Frauen und Männer in jedem Alter, so Jancálek. Für diese These habe die Musikschule in den vergangenen Jahren schon hinreichend Beweise geliefert.

Abschließend legt er noch allen Interessenten ein wichtiges Detail ans Herz. Es sei doch klar, dass nicht aus jeder Schülerin oder jedem Schüler ein Solist oder gar Profimusiker werden könne. Aber allein der Spaß an der Sache und die damit verbundenen Erfolgserlebnisse seien für die Musizierenden doch oft Lohn genug.