Kommandant Jürgen Bruckmüller ist zufrieden. "Das ist in unserem Sinne", sagt er. In den Jahren 2016 und 2017 wird die Freiwillige Feuerwehr Münnerstadt zwei neue Fahrzeuge bekommen. Für Bürgermeister Helmut Blank (CSU) ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits fehle durch den städtischen Anteil beim Kauf der Fahrzeuge das Geld für andere Investitionen. "Andererseits ist die Sicherheit der Bürger der Stadt und der Stadtteile höchstes Gebot."

Vier Rüstwägen für den überörtlichen Brandschutz waren bis vor drei Jahren im Landkreis Bad Kissingen stationiert: In Bad Kissingen, Hammelburg, Bad Brückenau und Münnerstadt wird das Spezialgerät für Personenrettung im Straßenverkehr und zum Auffangen von umweltschädigenden Substanzen vom Landkreis speziell bezuschusst. In Bad Brückenau wurden nun bereits 2011 anstelle eines Rüstwagens zwei andere Fahrzeuge angeschafft, das gleiche Konzept wurde nun für Münnerstadt beschlossen - allerdings erst nach einer langen Diskussion.

Mit Kommandanten ausgehandelt

"Wir haben eine historische Struktur mit vier Rüstwägen", sagte Landrat Thomas Bold (CSU). Er selbst hatte mit den Münnerstädter Kommandanten nun die Neuerung ausgehandelt. In Bad Kissingen war der Rüstwagen durch ein Hilfeleistungs- und Löschgruppenfahrzeug (HLF 20) in Kombination mit einem Tanklöschfahrzeug 4000 ersetzt worden. Für Münnerstadt steht die Ersatzbeschaffung für 2016 an, dort einigte man sich auf eine Kombination aus HLF 20 und eine neue Drehleiter DLK 23/12. Das HLF 20 kostet rund 400.000 Euro und wird vom Freistaat mit 104 500 Euro bezuschusst, die Drehleiter kostet 700.000 Euro und wird mit 192.500 Euro vom Freistaat bezuschusst.

Landrat Bold berichtete, dass ein Rüstwagen dem Landkreis nach Abzug des Zuschusses rund 360.000 Euro kosten würde. Genau diese Summe wurde nun der Stadt Münnerstadt in Aussicht gestellt: in zwei Raten verteilt auf die Jahre 2016 und 2017. Kreisrat Stefan Lang (FW) kritisierte an der Lösung, dass damit das HLF 20 zu fast zwei Dritteln bezuschusst würde. Lang stellte zudem in Frage, ob überhaupt noch vier Rüstwägen für den Landkreis benötigt werden. Zudem sei die Ausstattung nicht identisch mit dem Rüstwagen.

Kaufverpflichtung für Drehleiter

"Das HLF 20 kommt sehr nahe an den Rüstwagen ran", betonte Kreisbrandrat Benno Metz, der selbst für die CSU im Kreistag sitzt. "Aus meiner Sicht wurde da eine vernünftige Lösung gefunden, zudem sollte man bedenken, dass Münnerstadt nur einen begrenzten Platz hat." Der Kreisbrandrat verwies zudem auf seine Stellungnahme, in der er genaue Vorgaben für die technische Ausrüstung des HLF 20 gemacht habe.

Landrat Bold sagte, dass die Zuschüsse ja nicht für einzelne Fahrzeuge gewährt werden, sondern einfach zwei gleiche Raten ausgehandelt wurden. Die Stadt Münnerstadt könne also nicht das gut bezuschusste HLF 20 kaufen, sondern verpflichte sich auch, im Jahr darauf die Drehleiter anzuschaffen. Und: "Wenn wir jetzt den Rüstwagen kaufen, müssten wir eine neue Drehleiter ja trotzdem bezuschussen." Schließlich habe der Landkreis auch die Drehleiter der Stadt Bad Kissingen zu rund einem Drittel gefördert.

Klargestellt wurde auch, dass alle Wehren für die Anschaffung eines entsprechenden Fahrzeuges Zuschüsse des Landkreises erhalten, weil damit auch immer der überörtliche Brandschutz sowie die technische Hilfeleistung auf Bundesstraßen und Autobahnen verbessert werde. "Das HLF 20 bringt der Feuerwehr mehr als ein Rüstwagen", sprach sich auch der Oberleichtersbacher Bürgermeister, Breitenbacher Feuerwehr-Kommandant und PWG-Kreisrat Dieter Muth für die Lösung aus. Der Kreisausschuss stimmt bei nur einer Gegenstimme (Stefan Lang) dafür, dass die Stadt Münnerstadt die 360.000 Euro verteilt auf die Jahre 2016 und 2017 erhält.

"Die gesetzlichen Vorgaben müssen erfüllt werden", meint Bürgermeister Helmut Blank dazu. Mit dem Kauf einer gebrauchten Drehleiter im Jahr 2011 habe die Stadt versucht, sich etwas Luft zu verschaffen, aber nun stehe doch eine Neuanschaffung an. Als Bürgermeister sei er verantwortlich für die Stadt mit den Stadtteilen, und die Feuerwehr sei nun einmal eine Pflichtaufgabe der Stadt. Für ihn ist die Sache klar.

Allerdings treffe die letztendliche Entscheidung über die Investitionen der Stadtrat. Weit über 400.000 Euro wird der städtische Anteil an den Feuerwehrfahrzeugen betragen. "Fälschlicherweise werde ich immer für alles verantwortlich gemacht, aber ich habe nur eine Stimme", betont das Stadtoberhaupt.