Kleine Clowns und Zirkus-Tiere wirbelten über die Bühne, ein Zauberer ließ einen Euro verschwinden, Jongleure zeigten ihre Kunst, ein alter Zirkus-Tiger stieg in die Bütt - bei den Faschingsabenden des Vereinsrings in der Maßbacher Lauertalhalle boten die Akteure ein fast fünfstündiges und stets unterhaltsames Programm. Dafür garantierte schon das Motto "Zirkus ist das halbe Leben". Natürlich führte ein Zirkusdirektor durch das Programm: Diethard Dittmar mit Frack, Zylinder, roter Fliege und weißen Handschuhen. Ihm zur Seite stand Linda Halbig als Äffchen Judy aus der uralten TV-Serie "Daktari".

Schon die Bambinis vermittelten mit ihrem Clowntanz Zirkusatmosphäre. Die Balletttänzerinnen mit ihren bunten Röckchen und die Clowns mit roten Perücken und Latzhosen begeisterten nicht nur die stolzen Eltern und Großeltern. Beim Vogeltanz klatschten alle begeistert mit. Die Schokolade, die sie zum Schluss bekamen, hatten alle redlich verdient.


Viel Tanz und Akrobatik

Auch sonst wurden viel sehenswertes Ballett und Tanz geboten. Die Kleine Showtanzgruppe Maßbach entführte die Besucher mit akrobatischen Tänzen in den Dschungel. Die Große Garde Poppenlauer kam als Briefträger-Truppe und führte gekonnt den Tanz "Ich möchte auch mal Briefträger sein" vor. "Die Post, die am Rathaus immer alles zuparkt" bemerkte dazu Zirkusdirektor Dittmar.

Einen kompletten Zirkus mit Tieren, Clowns, Zauberern brachten die Girls Kracher auf die Bühne. Konstantin Koch hatte es als Bauer, der eine Frau sucht, recht einfach. Viele junge Schönheiten aus der Gemeinde wirbelten bei dieser Balletteinlage der Großen Showtanzgruppe Maßbach um ihn herum.

Wie schafft man es, Bürgermeister Matthias Klement einen Euro zu entlocken, der dann auf wundersame Weise in der Hand seiner Frau wieder auftaucht? Zauberer Wolfgang Miller und seine Frau Margit als Assistentin führten es vor. Wolfgang Miller verblüffte seine Zuschauer nicht nur mit diesem eigentlich simplen Trick. Er ließ auch einen Plüschtiger schweben und durch einen Ring springen. "Toll, das möchte ich auch können. Wie macht er das?" rätselte ein kleiner Bub.


Tiger im Rentenalter

Die Kleine Showtanzgruppe Maßbach entführte die Besucher mit akrobatischen Tänzen in den Dschungel. Zum ersten Mal in der Bütt stand Susanne Störcher als "Tiger im Rentenalter". Sie philosophierte über Narzissmus per Handy und verkündete, dass sie von "Hamburgern" wenig hält: "Ich bin, verzeiht mir, wenn ich heule, für eine echte Keule, ob Schwein ob Rind oder Geflügel".

Auch aus Nachbargemeinden kommen die Akteure auf die närrische Bühne in Maßbach. Johanna Fuchs und Felix Katzenberger aus Münnerstadt, beide Reinigungspersonal im Zirkus, waren zuständig für "Zirkus zwischen Mann und Frau". Beide hatten sich vor 30 Jahren an der Kasse des Fränkischen Theaters kennengelernt. Sie lieh ihm das Geld für die Eintrittskarte und klagte nun lauthals: "Das Geld habe ich bis heute nicht zurück."


Ein Psychiater auf 10 Maßbacher

Den Zeitgeist brachten die beiden Zirkus-Feuerwehrmänner Andi Frank und Rico Erhard auf die Bühne. "Der Bürgermeister hat keine Ahnung oder will uns verarschen, denn die Flüchtlinge sind schon lange da. Wir haben Sennfelder, Ulmer, Berliner", stellten sie fest. Und: "Der Bürgermeister mag die Roten nicht". Deswegen soll das neue Feuerwehrauto nicht wie üblich rot werden, sondern schwarz-weiß mit roten Felgen und Türgriffen - eben eine "Black Edition". Gut im Kopfrechnen waren die beiden auch, denn sie rechneten vor, dass bei 80 Millionen Einwohnern und 45 000 Psychiatern und Psychotherapeuten in Deutschland etwa jeder zehnte in Maßbach einen Psycho-Doktor braucht.


Erstaunlich schwere Zahncreme

Sonja Heck und Tanja Frank schminkten sich für ihren Auftritt als Clowns und tratschten derweil über alles mögliche, zum Beispiel das Gewicht: "Ich hab mich heute früh beim Zähneputzen auf die Waage gestellt. Ich hab gar nicht gewusst, dass Zahncreme so schwer ist". Dass auch ein Bauhof-Mitarbeiter seine liebe Not damit hat, die eigene Wohnung zu tapezieren, wusste Stefan Dietz. Es fing schon damit an, dass beim Nägel-Einschlagen die Nagelköpfe auf der falschen Seite waren.

Über das Dorf wusste "Mundakrobat" Jakob Neunhöfer viel zu berichten. Beim Weg zum Faschingsabend ist er einem Poppenläurer Bürger begegnet, der zwischen zwei hellen Laternen seinen Schlüssel suchte. Jakob Neunhöfer fragte, wo er ihn denn verloren hat: "Da hinten im Busch, aber hier ist es halt heller".


Die Arbeit hat sich gelohnt

Insgesamt ein vergnüglicher Abend mit vielen guten Wort-Beiträgen und Balletteinlagen. Die Arbeit von Lea Schüller, Linda Halbig, Jacqueline Ruhbach und Mirjam Köhler, die im September mit den Vorbereitungen begannen, hat sich gelohnt.

Das Programm und die Mitwirkenden

Führung durch das Programm: Diethard Dittmar als Zirkusdirektor und Linda Halbig als Äffchen.
Clowntanz: Bambinis des Kindergartens und Erstkässler. Trainerinnen Sabrina Schneider, Ute Ayoub und Simone Baumgard.
Zaubershow: Wolfgang und Margit Miller.
Dschungel: kleine Showtanzgruppe Maßbach. Trainerinnen Julia und Kirsten Bockisch.
Bauhof-Mitarbeiter: Stefan Dietz.
Zirkus zwischen Mann und Frau: Johanna Fuchs und Felix Katzenberger (Münnerstadt).
"Ich möchte auch mal Briefträger sein": Große Garde Poppenlauer. Trainerinnen Christin,nd Katrin Heinikel.
Zeitgeist: Andi Frank und Rico Erhard.
Tänzchen: Johanna Fuchs und Felix Katzenberger.
Kompletter Zirkus: Girls Kracher. Trainerinnen Sabine und Katharina Schneider, Hannah Reitstetter.
Clowns beim Schminken: Sonja Heck und Tanja Frank.
Jonglieren: Alex und Stefan Heck.
Ein alter Zirkus-Tiger in der Bütt: Susanne Störcher.
Bauer sucht Frau: Große Showtanzgruppe Maßbach.
Mundakrobat: Felix Neunhöfer.
Organisation: Leo Schüller, Linda Halbig, Jacqueline Ruhbach und Mirjam Köhler.