Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile haben es nun selbst in der Hand. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes werden sie jetzt gefragt, welcher Handlungsbedarf besteht, damit ihre Orte für die Zukunft gut aufgestellt sind, wie ihr Ort im Jahr 2040 aussehen soll und welche Weichen dafür bereits heute gestellt werden müssen. Auf diese Fragen sollen Antworten gefunden werden. Die Veranstaltungen dazu finden am Dienstag, 29. März, im Sportheim Großwenkheim für Großwenkheim, Kleinwenkheim, Seubrigshausen und Wermerichshausen, am Mittwoch, 30. März, in der Mehrzweckhalle Münnerstadt für Fridritt, Brünn und Althausen sowie am Mittwoch, 6. April, im Sportheim Reichenbach für Burghausen, Reichenbach und Windheim statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Große Herausforderungen

"Mir ist es wichtig, unsere Dörfer fit für die Zukunft zu machen", sagt Bürgermeister Michael Kastl. Denn mit dem fortschreitenden Strukturwandel, immer schnelleren Entwicklungen in den Bereichen Mobilität, Energie und Digitalisierung sowie durch die vielfältigen Auswirkungen der Pandemie stehen gerade die Kommunen im Ländlichen Raum vor immer größeren Herausforderungen, Mit dem Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) fördert das Amt für Ländliche Entwicklung die Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Stadtteilen Münnerstadts, heißt es in der Einladung.

Attraktive Standorte für Wohnen

Das Planerteam wird die Dorfwerkstätten durch einen kurzen Impulsvortrag zu wichtigen Themenfeldern eröffnen. Danach können die Teilnehmer in stadtteilbezogenen Gruppen anhand von Leitfragen ihre Ideen zur Zukunft ihrer Orte gemeinsam erarbeiten. Dabei geht es unter anderem darum, wie die Altorte als soziale und kulturelle Mitte des Ortes bewahrt und zukünftig gestaltet werden können, wie die Orte als attraktive Standorte für Wohnen gesichert werden und welche Technologien und Angebote zur Mobilität und Erschließung die Dörfer als Wohn- und Arbeitsstandort stärken. Wie die Attraktivität der Orte durch Angebote für Kultur, Freizeit und Naherholung verbessert werden und wie Landschaften und innerörtliche Freiflächen in Bezug auf den Klimawandel erhalten, genutzt und gestaltet werden können, sind zwei weitere Themen.

Neben klassischen Problemen und Aufgaben wie die Ortsgestaltung gebe es große Herausforderungen, insbesondere was den demografischen Wandel betrifft, meint Bürgermeister Michael Kastl. "In einigen Ortsteilen sinkt die Einwohnerzahl stark und trotzdem gibt es kaum Leerstand." Das liege daran, dass immer weniger Menschen in einem Haus wohnen, teilweise nur noch eine Person in einem Gebäude, das für sechs, sieben Leute gebaut wurde. Manche seien damit überfordert und würden viel lieber in eine kleiner Wohnung ziehen, die idealerweise altersgerecht oder barrierefrei und noch dazu im eigenen Ort ist. "Diese Wohnungen fehlen", betont das Stadtoberhaupt. Die oft schlechte Energiebilanz der Häuser trage noch dazu bei, dass der Wert dieser Häuser sinke. Diese Gebäude müssten an junge Familien gehen, die sie dann der heutigen Zeit entsprechen herrichten. "Die Entwicklung von Wohnraum auf einer grünen Wiese ist teuer und schwierig und gleichzeitig bei sinkenden Einwohnerzahlen wenig nachhaltig", ist Michael Kastl überzeugt.

Energiegewinnung, Digitalisierung und Versorgungssicherheit sind für den Bürgermeister weitere Punkte. Ihm sei es besonders wichtig, dass der demografischen Wandel gestoppt wird und die Dörfer lebenswert gehalten werden. "Ich spüre die Herausforderung am eigenen Leib, denn ich wohne in dem Stadtteil, der von der Kernstadt am weitesten entfernt ist." Er blick beispielsweise auf die geplante Sozialakademie in Maria Bildhausen, wo auch neue Arbeitsplätze entstehen. Im Idealfall ziehen die Beschäftigten dann in die umliegenden Stadtteile. "Aber dafür muss ein Angebot da sein." Die drei Ideenwerkstätten im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes sollen Werkzeuge sein, künftige Herausforderungen zu meistern.