Aufbau, Party, Abbau - einige Mitglieder des Feuerwehrstammtisches "Kübelspritze" sind nach der jüngsten Plattenparty fast einen kompletten Tag und eine komplette Nacht auf den Beinen gewesen. Zeit, sich dazwischen aufs Ohr zu legen war für sie nicht. Doch das hat nicht gestört. Wenn der Stammtisch eine Veranstaltung macht, dann kann er sich auf seine Mitglieder verlassen. "Da ziehen wir alle an einem Strang", betont Robert Müller vom derzeitigen Führungsteam. Seit mittlerweile 30 Jahren gibt es diesen Stammtisch innerhalb der Münnerstädter Feuerwehr. "Davon profitiert die Wehr und damit die ganze Stadt", sagt der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Helmut Kühn.

Noch zwei aus der Anfangszeit

Aus einer Bierlaune heraus sei der Stammtisch damals gegründet worden, erinnert sich Kühn an die Zeit Mitte der 1980er Jahre zurück. Es waren damals die Jungen in der Wehr, die beschlossen, sich regelmäßig zum Stammtisch zu treffen. Helmut Kühn ist selbst fast von Anfang an mit dabei.
Sogar eine Satzung hat sich die Kübelspritze gegeben. Die ist bis heute unverändert. Nur aktive Feuerwehrmitglieder können ab dem 16. Lebensjahr beitreten. Allerdings dürfen alle am Stammtisch bleiben, wenn sie im Laufe der Zeit aus dem aktiven Dienst scheiden. So ist die Altersspanne der Mitglieder recht groß. Robert Müller findet, dass das gut ist. 30 Mitglieder hat der Stammtisch aktuell.
Frauen sind beim Stammtisch bis heute nicht zugelassen. "So steht es in der Satzung", erklärt Robert Müller. Ob sich das auch einmal ändern wird, darüber habe man sich noch keine Gedanken gemacht, meint Müller.
Von Anfang an hat der Stammtisch nicht nur seine regelmäßigen Treffen organisiert, sondern auch Veranstaltungen für die gesamte Öffentlichkeit. Helmut Kühn erinnert sich an die ersten Plattenpartys, damals noch im Keller der Zehntscheune. Die Plattenparty ist bis heute beliebt, wie sich auch bei der jüngsten Veranstaltung zeigte. Unterstützung gibt es dabei auch von den altgedienten Feuerwehrmitgliedern in unterschiedlichster Form. Im Hof von Hans und Dieter Petsch konnte die Feuerwehr für diesen Abend ihre Fahrzeuge abstellen, damit die Gerätehalle zum Partyraum wurde. Helmut Kühn erinnert sich an zahlreiche Veranstaltungen der vergangenen 30 Jahre. Die größten waren die Konzerte von Bobby Beer und Trouble Boys in der Mehrzweckhalle mit mehreren Hundert Besuchern.
Der Anstoß für die jährliche Christbaumsammelaktion kam 1988 ebenfalls vom Stammtisch "Kübelspritze". Die Christbaumsammlung hat der Stammtisch mittlerweile aber an die Feuerwehrjugend abgegeben. Auch für das kommende Jahr gibt es schon Planungen. Ein Preisschafkopfturnier ist angesetzt und im Sommer soll es ein Fußball-Gauditurnier für alle Vereine im Stadtgebiet geben, erläutert Robert Müller.

Spenden aus dem Festerlös

Wenn der Stammtisch bei seinen Veranstaltungen Gewinne macht, spenden die Stammtischmitglieder immer auch Geld für gemeinnützige Zwecke. In jüngster Zeit hat die Gruppe vor allem die eigene Feuerwehr unterstützt. Für die Fahrzeuge wurden zwei Navigationsgeräte angeschafft, für die Dokumentation der Feuerwehreinsätze eine Digitalkamera. "Das entlastet auch die Stadt", betont Helmut Kühn. Es sind aber auch Anschaffungen, für die die Stadt kein Geld hätte, meint Müller. Er erinnert daran, dass aber auch schon für den Kindergarten und andere Einrichtungen gespendet wurde.
Anfängliche Befürchtungen der Feuerwehrspitze vor 30 Jahren, es bilde sich ein Verein im Verein hätten sich nie bestätigt, sagt Helmut Kühn. Durch den Stammtisch würde die Gemeinschaft gestärkt, ist er überzeugt. Das sieht auch Robert Müller so. "Man bekommt dadurch ein anderes Verhältnis zu den Feuerwehrkameraden", sagt er. Deshalb bleiben die meisten Mitglied, auch wenn sie schon aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind.