Die Stadt Münnerstadt soll im Jahr 2015 eine innerstädtische Beschilderung erhalten, die die Gäste durch die Stadt führt. Der Stadtrat gab einstimmig grünes Licht für ein Konzept, das vom Architekturbüro Schröder (Schweinfurt) erstellt worden ist. Auch der Agenda-Arbeitskreis ist damit zufrieden. Die Mitglieder finden darin ihre Vorstellungen wieder, die sie in jahrelanger Arbeit zusammengetragen haben, erläutert Roman Jonas, aktives Mitglied im Arbeitskreis auf Anfrage. Julia Trapp vom zuständigen Planungsbüro betont, dass es sich um ein innerstädtisches Beschilderungskonzept für Fußgänger handle. Startpunkte sind an den Parkplätzen Lache und Oberes Tor sowie am Bahnhof.

Stadtplan mit Ortstafeln

Dort und an verschiedenen Knotenpunkten sollen Ortstafeln mit Stadtplan aufgestellt werden. Daneben gibt es noch schmale Hinweis-Stelen, die hauptsächlich mit Pfeilen und Piktogrammen die Wegrichtungen angeben und die Besucher weiterführen. Mit diesen Tafeln sollen die Besucher zu den 15 wichtigsten touristische Schwerpunkten gelenkt werden. Dazu gehören die Stadtpfarrkirche und das Deutschordensschloss, der Bildhäuser Hof und die Stadttore oder das Rathaus. An den jeweiligen Sehenswürdigkeiten werden kleine Tafeln mit Informationen zu den Gebäuden angebracht. Die sind modern gestaltet. Als Material soll eine Milchglasplatte gewählt werden. Am Standesamt im Deutschordensschloss hängt bereits eine solche Info-Tafel.

Den Schilderwald lichten

Geplant ist, dass damit der Schilderwald gelichtet wird. So ist vorgesehen, dass die braunen touristischen Hinweisschilder weitgehend verschwinden werden, erläutert Sanierungsbeauftragter Dag Schröder. Er betont, dass einige der Ortstafeln eine Höhe hätten, um auch im Blickfeld eines Autofahrers zu sein. Grundsätzlich soll es aber so sein, dass Besucher ihr Auto auf den Parkplätzen vor den Stadttoren abstellen und von dort zu Fuß die Altstadt besuchen. Was künftig mit den anderen Hinweisschildern passiert, zum Beispiel zum Sportzentrum, oder zu gastronomischen Einrichtungen, weiß Schröder nicht. "Das muss die Stadt entscheiden."

Informativ und funktionell

"Das Konzept ist so, wie es der Agenda-Arbeitskreis befürwortet", findet Roman Jonas. Es sei nicht so auffällig und trotzdem informativ. Wie der Ortsplan auf den großen Hinweistafeln genau ausgeführt wird, das muss jetzt in der Detailplanung festgelegt werden. Roman Jonas fände gut, wenn die touristischen Ziele auf der Karte als 3D-Fotografie abgebildet wären.
Zustimmung fand das Konzept auch innerhalb des Stadtrates. Stadtrat Bruno Schäfer, selbst lange Zeit beim Agenda-Arbeitskreis aktiv, lobte die Ausführung ebenso wie 2. Bürgermeister Michael Kastl und Stadtrat Klaus Schebler. 3. Bürgermeister Axel Knauff würde es begrüßen, wenn über kurz oder lang auch eine Ortstafel nach gleichem System in jedem Stadtteil angeschafft würde.

Gute Förderung

Kosten für die Beschilderung entstehen in Höhe von rund 37 800 Euro.  Bezuschusst wird das Konzept von der Regierung von Unterfranken in einer Höhe von rund 20 000 Euro. Die Agenda-Gruppe befasst sich seit mindestens 2009 mit einer touristischen Beschilderung. Bereits 2011 hatte die Gruppe ihr eigenes Konzept vorgestellt, dabei hatte man sich am sogenannten "Rosenheimer Modell" orientiert. Lange wurde das Thema im Stadtrat hin und her geschoben, erst in diesem Jahr bekam es neuen Schwung, weil eine Förderung möglich wurde.
Mit dem Büro Schröder wurde ein Fachbüro eingeschaltet, da durch die fachliche Planung öffentliche Zuschüsse in Aussicht gestellt sind. Das Büro hatte den Auftrag, sich mit den Mitgliedern das Agenda-Arbeitskreises in Verbindung zu setzen. Das geschah auch. Im vorliegenden Konzept fände der Agenda-Arbeitskreis seine Ideen wieder.