Wenn Markus Zink seinen Computer hochfährt und den Song "Einzigartig und besonders" abspielt, ist er immer wieder total begeistert. Text und Melodie stammen von Schülern. "Du bist einzigartig, auch wenn Du anders bist" singen die Kids. Entstanden ist das Lied im Rahmen des Projektes "Pop the Mobb", das Markus Zink derzeit am Laufen hat. Sechs Mal hat er in diesem Winter schon an einer Schule "Pop the Mobb" mit Jungen und Mädchen verschiedenster Altersgruppen organisiert. Jedes Mal war es völlig anders, aber immer wieder gut, findet Zink. "Pop the Mobb - Neuprogrammierung - mit Spaß gegen Mobbing" lautet der komplette Name des Projektes, welches über die Stiftung "Stadtkultur" läuft und auch öffentlich gefördert wird.
Markus Zink bringt sein Equipment mit in die Schule und schon kann es losgehen. Die Ausstattung besteht aus moderner, digitaler Computertechnik, mit der professionell Musikstücke eingespielt werden können. Die Kinder und Jugendlichen brauchen keine Vorkenntnisse, können aber auch eigene Instrumente einbauen. Ziel ist es, "den Jugendlichen nahe zu bringen, dass ein gesunder Mensch niemanden klein machen muss, um sich wohl zu fühlen. Wer mobbt, zeigt den anderen, dass er ein Defizit hat", meint Zink.

Spontan und kreativ

Der Münnerstädter ist begeistert, mit wieviel Kreativität die Schüler ans Texten und Komponieren herangehen. "Ich selbst gebe nur soviel Hilfe wie nötig", sagt Zink. Herausgekommen seien bisher "super geile Songs" mit hoher Aussagekraft, die spätestens im Frühjahr 2016 auf einem CD-Sampler erscheinen sollen. Zink wünscht sich, dass die Songs dann auch im "Zündfunk" von Bayern 2 vorgestellt werden. Die Kids singen auf Deutsch oder Englisch, aber auch ein Lied auf Hindi ist bereits aufgenommen. "Jeder Song ist ein kleiner Hit", findet Markus Zink. Und er zeigt den Kids, was sie leisten können und dass digitale Technik kreativ genutzt werden kann.
Nicht nur die Schüler haben von diesem Projekt profitiert, auch der Musiker hat dazugelernt. Das kreative Arbeiten mit einem straffen Zeitplan im Nacken ist für ihn eine Herausforderung. Er hat zudem erfahren, wie die jungen Leute heute mit Musik umgehen. "Wir wollten schon etwas frech sein", schreibt beispielsweise die 8. Klasse aus Ostheim in ihrem Projektbericht. Aber das genau gefällt Markus Zink. Langfristig, so Zinks Vision, würde er diese Art der Erlebnis-Pädagogik gerne als ein berufliches Standbein ausbauen.

Weiteres ist geplant

Dankbar ist Zink, dass er mit der Ostheimer Rektorin Gabriela Arndt eine Schulleiterin gefunden hat, die das Projekt mit Tatkraft unterstützte. Sie habe die Hürden der Bürokratie nicht gescheut, um die Förderfähigkeit des Projektes auf die Beine zu bringen. In Schulen in Ostheim, Höchheim, in Gochsheim und Haßfurt war Markus Zink bereits. Schulen in Iphofen und am Würzburger Heuchelhof werden folgen.In Münnerstadt hatte Markus Zink nach eigenen Angaben beim Bürgermeister angefragt, ob Interesse am Projekt besteht, von dieser Seite aber noch keine Antwort erhalten. Im Herbst möchte Zink auf jeden Fall im Rahmen eines integrativen Musikprojekts mit Jugendlichen aus Münnerstadt und aus der örtlichen Asylbewerberunterkunft einen Song für den Anti-Mobbing-Sampler aufnehmen. Dazu sucht Zink derzeit Sponsoren. Die ersten Zusagen habe er bereits, erläutert der Musiker. Aber auch an seiner Arbeitsstelle, dem Kinderheim in Willmars würde er gerne solche zusätzlichen Musikangebote organisieren. Auch dazu wären Spenden, auch in Form von Sachspenden wie Instrumenten hilfreich, betont Zink.
Wer Informationen über das Projekt "Pop the Mobb" erhalten möchte, bekommt sie auf der Homepage "www.dreamteam-visions.de"