Auf jeden Fall kam Horst Seehofer am Sonntagabend nach Thundorf. Somit wurde Anton Bauernschubert als einzigem ausscheidenden Bürgermeister Bayerns die Ehre zuteil, dass Seehofer zum Ade-Sagen anreiste. Lediglich bei einigen Oberbürgermeister-Verabschiedungen ist Seehofer mit dabei.



Bürgermeister Anton Bauernschubert hatte in die neue Festhalle zu einem Ehrenabend geladen. Die scheidenden Gemeinderäte wurden verabschiedet, Bürger für besonderes ehrenamtliches Engagement geehrt. Und natürlich wollte Anton Bauernschubert bei dieser Gelegenheit auch selbst ade sagen. Dass der Abend für ihn zu einem Höhepunkt seiner Amtszeit werden würde, damit hatte er bei der Planung noch nicht geglaubt. Bauernschubert erzählt von den langjährigen Versuchen, die er unternommen hatte, den hohen Gast nach Thundorf zu bringen.

"Wir haben uns schätzen gelernt"
Immer wieder kamen Absagen. Auch für diesen Abend sah es eigentlich schlecht aus. Doch irgendwann hatte Bauernschubert dann eine handschriftliche Zusage Seehofers auf einer Autogrammkarte: "Ich komme". Ein Datum stand da aber noch nicht fest. Sollte es noch in seiner Amtszeit sein, wurde die Zeit knapp, wusste Anton Bauernschubert. Doch es ergab sich ein persönliches Gespräch und da wurde der Termin fest gemacht.

Man kenne sich schon 30 Jahre, sagte Horst Seehofer bei der Begrüßung vor der neuen Thundorfer Festhalle. Die ersten Kontakte gab es über die CSA, als Anton Bauernschubert noch Sekretär der christlichen Arbeitnehmerschaft in Schweinfurt war. "Wir haben uns schätzen gelernt", betonte am Sonntag Horst Seehofer. Deshalb sei er "wirklich gerne" zu diesem Anlass nach Thundorf gekommen. Die Musikkapelle spielte zur Begrüßung das Frankenlied vor der Festhalle und da holte sich Seehofer Bauernschuberts Nachfolger aus dem Kreis der Musikanten, schüttelte ihm die Hand und wünschte ihm alles Gute. Mit Horst Seehofer war jetzt zum zweiten Mal ein bayerischer Ministerpräsident in Thundorf zu Besuch. Der erste war Franz-Josef Strauß.