Schulbusse transportieren alleine im Landkreis Bad Kissingen täglich einige Tausend Schüler von ihrem Wohnort in die Schulen. Bis zur zehnten Klasse können die Kinder und Jugendlichen diese Leistungen kostenfrei in Anspruch nehmen, wenn ihre Schule für den Fußweg zu weit entfernt oder unzumutbar ist. Die Kosten teilen sich die Kommunen, der Landkreis und der Freistaat. Die Summe der Gesamtkosten ist beträchtlich. Der Freistaat alleine zahlte im Jahr 2015 an die Gemeinden im Kreis und den Landkreis selbst 3,3 Millionen Euro an Zuwendungen für die Schülerbeförderung.
2,45 Millionen Euro hat alleine der Landkreis Bad Kissingen im vergangenen Jahr bei der Schülerbeförderung aufgewendet. 60 Prozent davon förderte der Freistaat. Der Kreis trägt einen Eigenanteil von 40 Prozent. In diesem Jahr ist der Haushaltsansatz etwas höher. Der Kreiskämmerer kalkuliert mit Kosten in Höhe von 2,645 Millionen für die Schülerbeförderung an weiterführende Schulen und mit 57 500 Euro für die Fahrten an Förderschulen.


Kosten sind gestiegen

Wie die Pressesprecherin des Landratsamtes, Melanie Hofmann, ausführt, steigen die Kosten trotz sinkender Schülerzahlen, weil die Betriebskosten für den Schulbusverkehr steigen. Das Landratsamt geht davon aus, dass sich auch die steigende Zahl von Flüchtlingen bei den Kosten leicht bemerkbar machen wird.
Seit es immer weniger Grund- und Hauptschulen gibt, sind die Kosten für die Schülerbeförderung auch in den Kommunen gestiegen, meint Burkardroths Bürgermeister Waldemar Bug. Allerdings spare sich der Markt damit andererseits den Unterhalt mehrerer kleiner Schulhäuser, gibt der Burkardrother Bürgermeister Waldemar Bug zu bedenken. Rund 200 000 Euro jährlich fallen im Markt Burkardroth jährlich an, um die Kinder und Jugendlichen des Dorfes zu den drei Schulstandorten in Premich, Lauter (jeweils Grundschule) und nach Burkardroth (Mittelschule) zu bringen. Der Freistaat beteiligt sich auch hier an an den Kosten. "Es ist unsere Pflichtaufgabe", meint Bürgermeister Waldemar Bug dazu.


Kräfte bündeln

In der Stadt Münnerstadt, ebenfalls eine große Flächengemeinde, sind im vergangenen Jahr 138 000 Euro für die Schülerbeförderung angefallen. 117 000 Euro wurden vom Freistaat zurückerstattet, so dass ein Eigenanteil von 21 000 Euro verblieben ist. Dass in Münnerstadt die Beförderungskosten niedriger liegen als in Burkardroth mag damit verbunden sein, dass es im Stadtgebiet nur noch eine Grund- und Mittelschule am Standort Münnerstadt gibt und so der Schulbusverkehr effizienter gebündelt werden kann.
Obwohl Bad Kissingen bei weitem die einwohnerstärkste Kommune im Landkreis ist, sind dort die Kosten im Vergleich zu einer großen Flächengemeinde eher niedriger, sagt der Pressesprecher der Stadt Thomas Hack. 2015 lagen die Kosten für die Schülerbeförderung bei 267 000 Euro. 157 400 Euro gab es an staatlicher Förderung. In diesem Jahr kalkuliert die Kämmerei mit Kosten in Höhe von 177  500 Euro.
Im Teilhaushalt "Schulen und Kindertagesstätten" der Stadt Bad Kissingen hat die Schülerbeförderung einen Anteil von 8 Prozent. Gemessen am Gesamthaushalt der Stadt Bad Kissingen beträgt der Anteil 0,68 Prozent. Im gesamten Bundesland Bayern zahlte der Freistaat für die Schülerbeförderung im Jahr 2015 314 Millionen Euro. Für 2016 sind im Haushaltsansatz 316 Millionen Euro veranschlagt.


Die Schülerbeförderung

Anspruch Wann ein Schüler den Schulbus nutzen kann, ist in der Schülerbeförderungsverordnung festgelegt. Die Länge des Schulweges in Verbindung mit dem Alter des Kindes sind Kriterien. Besteht Anspruch auf Beförderung, werden die Kosten bis zum Abschluss der zehnten Klasse einer staatlich anerkannten Schule übernommen. Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten auch nach dem 10. Schuljahrgang übernommen.

Finanzierung Die Kostenfreiheit bei der Schülerbeförderng ist eine kommunale Pflichtaufgabe, die der Landkreis Bad Kissingen bei den weiterführenden Schulen (Gymnasium, Realschule, Förderschule) und die Kommunen bei ihren Regelschulen tragen.
Über den kommunalen Finanzausgleich erhalten die kommunalen Schulträger eine Zuwendung zu diesem Aufwand vom Freistaat. Bayernweit liegt diese im Schnitt bei 60 Prozent, kann aber je nach Finanzkraft einer Gemeinde auch höher sein.