"Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hole ich der Königin ihr Kind. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß" - viele kennen noch diese Verse aus dem Märchen "Rumpelstilzchen" der Gebrüder Grimm. Benediktinerbruder Benedikt Müller hat daraus ein Theaterstück gemacht. Nächstes und übernächstes Wochenende wird es in Poppenlauer aufgeführt.


36 Darsteller

Die Proben auf der weitläufigen Freilichtbühne im Schrimpf'schen Schloss laufen zurzeit auf Hochtouren. Beteiligt und mit Begeisterung dabei sind 36 Laienschauspielerinnen und -schauspieler jeden Alters aus Poppenlauer, Maßbach, Weichtungen und auch einer aus Münnerstadt. Dazu kommt eine große Zahl von Helferinnen und Helfern, die nicht im Rampenlicht stehen, sondern die Technik bedienen oder sich um die Kulissen und anderes kümmern.


Im zweiten Anlauf

Eigentlich sollte schon vor drei Jahren Benedikt Müllers "Rumpelstilzchen" auf die Bühne kommen, doch damals hat es nicht geklappt. Müller ist übrigens sozusagen Haus- und Hofautor der Festspiele in Poppenlauer, denn so gut wie alle bisherigen Stücke, die hier aufgeführt wurden, stammen aus seiner Feder. Das gilt auch für den "Weiberaufstand" den es Mitte Juli in Poppenlauer gab.
Damals führte noch Klaus Hart Regie, unter dessen Leitung die Laienschauspieler des Heimatvereins viele Erfolge gefeiert haben. "Ich halte mich jetzt etwas im Hintergrund, es müssen neue Leute kommen, denn man lebt ja nicht ewig", sagt er. Diesmal führt Klaus Hochrein Regie. "Ich bin original Poppenläurer und arbeite als Banker in Schweinfurt", stellt er sich vor und vergisst nicht zu erwähnen, dass er bereits seit vielen Jahren als Schauspieler auf der Bühne steht. Was er als Regisseur so alles machen muss? "Ich bin Mädchen für alles", sagt er. Er gibt nicht nur den Schauspielern die nötigen Anweisungen und organisiert nebenbei auch noch, er steht sogar selber auf der Bühne.


Nicht viel Zeit für Proben

Klaus Hochrein spielt nämlich den Müller, der aus Geldnot seine hübsche Tochter Mariele (Elke Thomas) an den König (Steffen Eußner) verkauft. Das Rumpelstilzchen, das der zur Königin gewordenen Müllerstochter zunächst aus der Patsche hilft und ihr Stroh beim nächtlichen Spinnen zu Gold werden lässt, dann aber das Königskind verlangt, verkörpert Dieter Villhauer. Mit auf der Bühne steht auch die Vorsitzende des Heimatvereins, Gabriele Seewald, und zwar als Märchentante. Die ist zwar im Ursprungsmärchen nicht vorgesehen, fügt sich aber recht gut ein, wie bei den Proben schon deutlich wurde.
Die Proben sind vor etwa acht Wochen angelaufen, erzählt Klaus Hochrein. Früher konnte die Truppe nicht damit beginnen, denn viele Akteure waren beim "Weiberaufstand" mit dabei.
Wegen der Sommerferien waren viele Schauspieler in Urlaub. Deshalb konzentriert sich die Probenarbeit in Poppenlauer nun auf die letzten Tage vor der ersten Aufführung am Samstag, 5. September.
Aufführungen: Samstag, 5. und 12. September, jeweils 18 Uhr; Sonntag, 13. September, 16 Uhr.

Karten: Vorverkauf bei Getränkehandlung Bieber, Am Falltor 22 in Poppenlauer, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr; Tel.: 09733/ 9298.

Vorbestellung/ Abendkasse: Herbert Will, Tel.: 09733/ 4177.