"Wer hat dich, du schöner Wald aufgebaut so hoch da droben?" . So dichtete Joseph von Eichendorff. Heute sieht es um ihn nicht besonders gut aus. Extrem trockene Sommer und Käferfraß machen dem Wald sehr zu schaffen, aber auch die Eigentumsverhältnisse. Vor allem Erbteilungen haben dazu geführt, dass manche Waldstücke nur noch die Fläche einer durchschnittlichen deutschen Wohnung oder gar weniger haben. Sie zu bewirtschaften, ist schlichtweg unwirtschaftlich und ihre Pflege ist schwierig.

Auf der Gemarkung Maßbach hat ein freiwilliger Waldtausch, der so gut wie abgeschlossen ist, bereits dazu geführt, dass sich die Situation durch Tausch, Zusammenlegung oder Verkauf von Waldflächen nachhaltig verbessert hat. Nun ist die Gemarkung des Ortsteils Weichtungen an der Reihe.

Ein Problem ist, wie schon in Maßbach, dass die Namen und besonders Adressen vieler Waldbesitzer, die auswärts wohnen, nicht bekannt sind. Manche Eigentümer sind verstorben, aber die Gemeinde weiß nichts davon und kennt keine Erben als Ansprechpartner für einen Waldtausch.

Die Waldtausch-Aktion in Weichtungen - auf Freiwilligkeit wurde von den Rednern mehrfach besonderen Wert gelegt - startete nun mit einer ersten Versammlung in der Gemeindehalle des Ortsteils. Das Interesse ist offenbar riesengroß, denn Bürgermeister Matthias Klement begrüßte mehr als hundert Bürger, das ist ein Fünftel der Bevölkerung. "Ich bin begeistert, dass es so viele sind. Es ist zu erkennen, dass Interesse da ist", sagte er. In Maßbach, das er als Beispiel nannte, seien zahlreiche Grundstücke zu größeren Einheiten zusammengelegt worden, um wirtschaftlicher arbeiten zu können. Viele Bürger, die sowieso nicht mehr vor Ort leben, seien gerne zum Verkauf bereit gewesen.