Doch er zeigt auf ein paar Stände in der Nähe der Klosterkirche: "Da sehen Sie: Einer aus Bamberg, einer aus Coburg, einer aus Würzburg, die kommen immer." Was ein echter Flohmarkthändler ist, für den muss das Wetter schlechter sein als am Sonntag. Glücklich waren die Händler dran, die einen Platz in der Kelterhalle oder in einer offenen Garage hatten. Eine Flohmarkthändlerin wurde enttäuscht. "Die Kelterhalle ist schon das ganze Jahr über ausgebucht", erfuhr sie.

Aus der Nähe von Frankfurt war eine Gewürzhändlerin angereist, die ihren Stand direkt vor dem Rathaus aufgebaut hatte. Da gab es Zitronenpfeffer, bunten Pfeffer, schwarzen Pfeffer, normalen Pfeffer. Hier roch es fast wie in einem orientalischen Basar. "Ich komme seit einer gefühlten Ewigkeit nach Münnerstadt", sagte sie.

Viele Besucher in der Alten Aula

Ein ganz anderes Bild in der Alten Aula, wo am Mittag regelrechtes Gedränge herrschte. Eine Künstlerin aus Kitzingen, die seit zehn Jahren hierherkommt und ihre Glaskunst präsentiert, ist sehr zufrieden, denn "es hat sich noch immer gelohnt". Gleich nebenan zeigt Margarethe Bömmel aus Nüdlingen ihre "Hasenschule" aus Stoff und Filz, die vor allem bei Kindern beliebt ist. Wahre Kunstwerke sind die künstlerisch gestalteten Eier, die der Dittelbrunner Leopold Marschner geschaffen hat. "16 Arbeitsgänge vom Anbohren und Ausblasen bis zum Vergolden waren nötig", erzählt er. Zwar kleben an den Eiern Preisschilder mit zwei- bis dreistelligen Beträgen, doch er versichert: "Das macht so viel Arbeit, da komm ich auf einen Euro pro Stunde".

Nicht zu vergessen: Gestern hatten auch die Geschäfte in Münnerstadt von 12 bis 17 Uhr geöffnet, und viele Marktbesucher nutzten die Gelegenheit zu einem Einkauf.