Martin Riß, Geistlicher Direktor des Dominikus Ringeisenwerkes in Ursberg zeigte sich beeindruckt von dem, was in der Einrichtung im Kloster Maria Bildhausen geschaffen wurde. Dort sind im geplanten Wohnhof Barbara unter Mithilfe der Menschen mit Behinderung zwei Tiny-Häuser (tiny zu deutsch winzig) entstanden. Das sei nur in einer kommunalen Familie möglich, lobte der Geistliche und stellte dabei die besonderen Verbindungen der Einrichtung zur ehemaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm aber auch den Bad Kissinger Landrat Thomas Bold heraus. Dieser habe einmal den Begriff von der kommunalen Familie geprägt und, dass diese gut funktioniert könne er heute nur bestätigen. "Nur so kann Integration geschehen." Zuversicht, Zuwendung und Zusammenarbeit seien dabei die wichtigsten Begriffe, die hier gelebt werden.

Rainer Waldvogel, Gesamtleiter des Dominikus Ringeisenwerkes Maria Bildhausen verwies eingangs auf die Umbaumaßnahmen von "St. Martin", weshalb Ausweichquartiere notwendig wurden. Der Umbau von "St. Martin" habe nicht einmal eine halbe Million Euro gekostet und so sei mit wenig Mittel ein schönes Wohnangebot entstanden. Angesprochen hat er auch die beiden Kleinsthäuser, sogenannte Tiny-Häuser, die durch Martin Riß, Geistlicher Direktor aus Ursberg und Pater Gottfried Scheer, bis vor wenigen Jahren Hausgeistlicher in Maria Bildhausen, gesegnet wurden. Ein Dank galt dem Musikverein Kleinwenkheim für die musikalische Gestaltung. Ein besonderer Gruß ging an die Familie Offermanns, die die Initialzündung für den Bau der Tiny-Häuser gegeben hatte. Letztendlich spendeten Lilo und Professor Dr. Heribert Offermanns eine stattliche Summe, die die Erstellung der beiden Häuser ermöglichte.

Vorgabe war der Bau von Holzhäusern und das Einbinden von Menschen mit Behinderung. Beides konnte eingehalten werden. "Sie haben uns vertraut und wir haben ihren Wünschen Rechnung getragen." Nun könne man aus Eigenmittel zwei weitere Tiny-Häuser errichten. Kurz erinnerte Rainer Waldvogel an die ersten Kontakte mit den Offermanns. Er habe zunächst gedacht, es handle sich um ein Gewinnspiel. Erst bei einem Treffen habe sich heraus gestellt, dass es sich um eine Familie handelt, die sich caritativ in Maria Bildhausen engagiert. Für beide gab es ein Präsent und von den Umstehenden aus Maria Bildhausen einen großen Applaus.

Gelebte Gemeinschaft

Direktor Martin Riß stellte in seinem Grußwort die Gemeinschaft heraus, die in Maria Bildhausen gelebt wird. Jedem Einzelnen tue es gut, zu wissen, dass er in einer Gemeinschaft aufgenommen ist. Der Geistliche nannte es ermutigend, wenn eine Einrichtung wie Maria Bildhausen, von außen, wie von der Familie Offermanns, Unterstützung bekommt. Dr. Offermanns hatte zuvor im persönlichen Gespräch mit Martin Riß gemeint, dass das Dominikus Ringeisenwerk ein gutes Zeichen von Kirche ist. Angesprochen hat er Schwester Evangelista, die von 1987 bis 1999 Generaloberin in Maria Bildhausen war und sich in das gesamte Werk selbst mit einbrachte.

Die Tiny-Häuser stehen im geplanten Wohnhof Barbara. Riß erinnerte an die Heilige Barbara, die wegen ihres Glaubens in einem Turm gefangen gehalten wurde. Sie sei zuversichtlich gewesen, dass Gott alles zum Guten wendet. Genau so habe Dominikus Ringeisen beim Aufbau der Einrichtung für die behinderten Menschen in Maria Bildhausen gehandelt. Deshalb fuhr er zur Kur nach Bad Wörishofen zu Pfarrer Sebastian Kneipp und bat ihn um Unterstützung. Dieser habe ihm seinen Tresor gezeigt und ihm erlaubt, sich dort das Nötige zu nehmen. "Dominikus Ringeisen hat den Tresor ausgeräumt, das Geld mit nach Ursberg zum Aufbau für Maria Bildhausen genommen."

Zuwendung gerade heute notwendig

Das sei nichts anderes als Zuwendung für die Menschen gewesen, so wie es auch die Familie Offermanns getan habe. "Gerade die Menschen heute brauchen ganz arg diese Zuwendung." Laut Martin Riß hat der Bau dieser Häuser in Zusammenarbeit mit behinderten Menschen Vorbildcharakter für Unterfranken und darüber hinaus. "Es zeigt, wie man mit Zuversicht, Zuwendung und Zusammenarbeit für andere Menschen da sein kann." Gemeinsam mit Pater Gottfried Scheer sprach der Geistliche Direktor des Dominikus Ringeisenwerkes Ursberg den Segen über beide Häuser sowie das renovierte "Haus St. Martin".