"Wir wollen die Zersiedlung der Ortskerne und Randlagen vermindern", sagte er. Deshalb gehe der Trend auch dahin, keine Neuerschließungen mehr durchzuführen, sondern die bestehenden Baugebiete abzurunden. Die Ortskerne müssten dabei verdichtet und mit neuem Leben gefüllt werden. Freiräume, die Begegnungsstätten sind und zum Verweilen einladen, müssten in der modernen Architektur außerdem berücksichtigt werden.

Nachbarn werden einbezogen

"Zurück ins Leben" ist eines der Schlagworte, mit der man Beruf und Freizeit verbinden will. Alles soll fußläufig erreichbar sein. Hausanlagen müssten so entworfen werden, dass die Eigentümer und Mieter leicht neue soziale Kontakte knüpfen könnten und ein Zusammenführen der Generationen möglich sei. Erreicht werde dies durch Plätze beziehungsweise Räumlichkeiten, in denen man gemeinsam die Freizeit verbringen kann.
"Die Grube soll eine schöne Platzsituation bieten, eventuell auch mit Grünanlagen", lautet die Forderung von Halboth. In die Planungen sollen von Anfang an die Nachbarn einbezogen werden. Der Bauplan sieht vor, dass auch städtische Grundstücke miteinbezogen und bebaut werden. So könnte man die städtischen Scheunen in den Bebauungsplan einbeziehen. Halboth setzte sich dafür ein, dass man die hier vorkommende typische "fränkische Situation" im Bauplan berücksichtigen solle.
In der Grube könnten zwischen zehn und 14 Wohnungen von 45 bis 105 m² Größe entstehen. Darüber hinaus solle jede Wohnung über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Die Erdgeschoss-Wohnungen sollten barrierefrei sein, Ober- und Dachgeschosswohnungen könnten optional mit Aufzug ausgestattet werden. Man achte außerdem sehr darauf, dass die Gebäudehülle in hoher Qualität gefertigt werde und mit einer energieeffizienten Haustechnik ausgestattet wird. "Dies führt dazu, dass die ,zweite Miete‘ sehr gering ausfällt und hier Kosten eingespart werden können", sagte Halboth.
Der Architekt ist auch für Ideen von außen aufgeschlossen. "Ich bin offen in alle Richtungen. Mir ist wichtig, dass hier etwas Schnuckeliges entsteht. Neue Ideen werden gern in die Planungen mitaufgenommen", meinte er. Auch die verschiedenen Umsetzungsvarianten listete er auf. Vom Genossenschaftsmodell über eine Baugruppe bis hin zum Bauträgermodell sei vieles möglich, günstig sei dabei das Modell der Baugruppe. Hier erwirbt eine Bauherrengemeinschaft gemeinsam das Grundstück und setzt das Projekt zusammen um. Der Baupreis für die eigene Wohnung ist dann abhängig von der Größe der Wohnung und der gewünschten individuellen Ausstattung. Das Bauträgermodell hingegen legt den meisten Wert auf Rentabilität. Die Gefahr hierbei sei, dass die Architektur zu kurz kommt und nur auf das Geld geschaut wird. Unabhängig, für welches Modell man sich entscheide: "Ich habe mir auf die Fahnen geschrieben: die Bürger sollen in diesem Projekt mitpartizipieren können", erklärte Halboth. "Ich bin mit der bisherigen Nachfrage von Bauinteressenten zufrieden", sagte der Architekt.
Natürlich müsse erst per Stadtratsbeschluss entschieden werden, ob man die Grundstücke in der Grube den jetzigen Besitzern tatsächlich abkaufe, meinte Bürgermeister Helmut Blank (CSU). "Aber wenn das Gremium hier zustimmt, dann kann hier recht schnell etwas sehr Positives entstehen", sagte der Bürgermeister.

Weihnachten 2015 bezugsfertig?

Im Idealfall - so sehen es die Pläne von Halboth vor - könne die Planungsphase und das Freimachen der Grundstücke in sechs Monaten abgeschlossen haben. Geht man von einer Bauzeit von 15 Monaten aus, so könnten die ersten Häuser Weihnachten 2015 bezugsfertig sein. Natürlich sei dies abhängig einerseits von der Nachfrage, andererseits von den Voruntersuchungen und der Sicherung von Bodendenkmälern. Für Bauwillige ist jeweils donnerstags um 18 Uhr im Bürgerservice-Büro im Rathaus Sprechstunde. Dabei wird Andreas Halboth Fragen beantworten.