Für die Jugendlichen und Kinder zweier Gruppen der Münnerstädter Pfadfinder waren die Weihnachtstage eine besondere Erfahrung. Sie gestalteten für Asylbewerber aus Münnerstadt eine Weihnachtsfeier, schmückten am Schindberg gemeinsam einen Christbaum und sangen deutsche Weihnachtslieder. "Wir wollten zeigen, wie wir Weihnachten feiern", sagen Joschka Fischer und Florian Beudert. Die Begegnung an den Weihnachtsfeiertagen soll nicht die letzte gewesen sein. Die Jugendlichen wollen weiterhin Kontakt halten und planen neue Aktivitäten mit Asylbewerbern.
Joschka Fischer und Florian Beudert organisierten mit ihren Gruppen, den Grashüpfern und den Falken, diese Weihnachtsfeier. Joschka Fischer hat schon seit mehreren Monaten Kontakt mit dem 28-jährigen Melaku aus Äthiopien. Von ihm weiß er auch, dass sich die Asylbewerber über Begegnungen mit Münnerstädtern freuen und mehr Kontakt wünschen. Melaku übernahm dann auch das Dolmetschen für seine Landsleute. Er spricht gut Englisch und kann auch schon ein bisschen deutsch.

Suche nach einem Baum

Schwierig war für die Pfadfinder im Vorfeld die Christbaumsuche gewesen. Nach einigen Abfuhren bekamen sie aber dann doch von einem Christbaumzüchter aus dem Spessart endlich ein Bäumchen als Spende, um es am Schindberg aufzustellen. Der Rest hat dann hervorragend geklappt.
"Wir haben deutsche Weihnachtslieder gesungen und sind um den Tannenbaum getanzt", erzählt Joschka Fischer. Florian Beudert ist überzeugt, dass nicht nur die Münnerstädter Pfadfinder Spaß hatten, sondern auch die Asylbewerber; hauptsächlich Äthiopier feierten mit. "Manche hatten Tränen in den Augen", sagt Beudert. Gerade für die Asylbewerber aus dem afrikanischen Land war dies ein schöner Auftakt in ihre Weihnachtszeit. Denn die Christen dort feiern ihr Fest erst Anfang Januar.
Florian Beudert und Joschka Fischer können sich gut vorstellen, dass ihre Gruppen die Asylbewerber einmal einladen, gemeinsam deutsche Gerichte zu kochen. Auch an eine gemeinsame Wanderung haben sie schon gedacht.