Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich bei der Stadtratssitzung am Montagabend, als Christoph Lamprecht vom Büro Schlicht Lamprecht Architekten die Planung und die Kostenberechnung für den Parkplatz auf dem früheren Jägergrundstück vorstellte. Kurzfristig waren dafür noch mehrere Anträge eingegangen. Das erfordert nun eine Abstimmung mit der Regierung, ob die Änderungen möglicherweise förderschädlich sind.

Klaus Schebler (Neue Wege) sprach sich in seinem Antrag gegen eine Asphaltierung des Parkplatzes aus, als Umweltreferent sei er gegen die Versiegelung von Flächen. Jeder Tropfen Wasser sei wichtig. Er wollte, dass Schotter aufgebracht wird.

Die Fraktion Forum Aktiv hatte einen zweiteiligen Antrag eingereicht. Einerseits ging es um die wahrscheinliche Umsiedlung von Zauneidechsen und um die Entsorgung von kontaminiertem Bahnschotter, weshalb die Fraktion vorschlug, einen derzeit noch nicht erschlossenen Teil des Parkplatzes auch so zu lassen. Außerdem wünscht sich die Fraktion, dass der Parkplatz mit einer Photovoltaikanlage überdacht wird.

Der Förderantrag bestehe aus zwei Teilen, sagte Bürgermeister Michael Kastl dazu. Als die Zuschüsse für den Abriss der alten Gebäude beantragt wurden, musste die Stadt auch sagen, was später dahin kommen soll. Und das sei nun einmal ein Parkplatz für das BBZ, das Gymnasium, hauptsächlich aber für die Stadt. "Wenn wir grundsätzliche Dinge verändern, müssen wir mit der Regierung absprechen, ob das nicht förderschädlich ist", so der Bürgermeister.

Christoph Lamprecht sagte, dass lediglich der Verkehrsweg asphaltiert wird, die Parkplätze selbst werden mit einem Rasengitter versehen. Außerdem versickere das gesamte Wasser auf dem Grundstück, es wird also nichts in die Kanalisation eingeleitet. Das ließ sich Klaus Schebler noch einmal bestätigen und zog seinen Antrag daraufhin zurück.

Zu den Eidechsen, die möglicherweise umgesiedelt werden müssen, sagte Christoph Lamprecht, dass diese nicht ausschließlich in dem noch nicht erschlossenen Teil vermutet werden, sondern im gesamten Gleisbett. Mit der Untersuchung könne aber erst im April/Mai des nächsten Jahres begonnen werden, weil die Tiere dann aus dem Winterschlaf erwachen. Zu den Altlasten sagte der Planer, dass diese sich nicht nur auf den bisher unerschlossenen Teil beziehen. Vielmehr sei es möglich, dass der gesamte Boden bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern kontaminiert sei. Das habe er in die Kostenberechnung mit aufgenommen (100 000 Euro). 1,93 Millionen Euro sind insgesamt für den Ausbau des Parkplatzes vorgesehen.

Rosina Eckert (Forum Aktiv) sprach sich trotzdem dafür aus, dass der hintere Teil so bleibt, weil dort kontaminierter Bahnschotter liege. Lediglich 15 Parkplätze würden dadurch wegfallen, meinte sie. "Das können wir noch einmal überdenken, das ist ein Punkt, über den es sich zu diskutieren lohnt", meinte Michael Kastl dazu. Christoph Lamprecht gab allerdings zu bedenken, dass es prinzipiell möglich sei, aber möglicherweise förderschädlich wäre. Außerdem seien es mehr als 15 Parkplätze. Und: Eine derartige Änderung könnte die Planung um bis zu einem knappen Jahr zurückwerfen.

Zwei E-Tankstellen sind beim Ausbau des Parkplatzes vorgesehen. Das seien zu wenige fand Britta Bildhauer (SPD). Leo Pfennig (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, nichts über das Knie zu brechen und Kontakt mit den Fördermittelgeber aufzunehmen. "Wir haben einen Parkplatz und damit keinen Zeitdruck", meinte Klaus Schebler mit Hinweis auf das vorhandene Provisorium. Bei der weiteren Diskussion schlug Leo Pfennig vor, bezüglich der Photovoltaikanlage Kontakt mit der Münnerstädter Energiegenossenschaft aufzunehmen. Nun wird das Planungsbüro auf die Regierung zugehen. Wenn alle Fragen geklärt sind, wird sich der Stadtrat erneut mit dem Thema befassen.