Der Stadtteil Wermerichshausen hat nicht weniger als fünf Ortsein- oder -ausgänge, je nach Sichtweise. Die zahlreichen Feldwege sind dabei nicht eingerechnet. Amtliche gelb-schwarze Ortstafeln zeigen seit Jahr und Tag überall an, wo der Stadtteil beginnt und endet und in welchen Nachbarort die jeweilige Straße führt.

Damit nicht genug: Schon seit Anfang April stehen dort auch Begrüßungstafeln aus Holz und Metall mit der Inschrift "Wermerichshausen Grüß Gott" und dazwischen eine Abbildung aus Alt-Wermerichshausen, die einen Ziehbrunnen zeigt. Nun, nachdem die seit Wochen wegen der Corona-Pandemie bestehenden Kontakt-Beschränkungen nicht mehr ganz so streng sind, wurden die weithin sichtbaren Begrüßungstafeln offiziell vorgestellt. Treffpunkt dazu war die Tafel am Ortsausgang in Richtung Weichtungen bei der kleinen Kapelle, die der Heiligen Katharina geweiht ist. Ulla Müller, seit dem 1. Mai nur noch inoffiziell Ortssprecherin von Wermerichshausen ("wenn man mich haben will, dann mache ich aber gerne weiter"), erzählte, dass die Initiative vom Anton Röder (Stahlbau Röder GmbH) und Michael Weigand (Holzbau Weigand GmbH & Co KG) ausging.

Metall- und Holzarbeit

Die eine Firma war für die Metall-Arbeiten zuständig, die andere für die Holz-Arbeiten. Die Entwürfe stammen von Jan Röder. Die beiden Unternehmen tragen auch die Kosten für die Tafeln. Die Beton-Sockel, auf denen die Begrüßungstafeln stehen, stellten Fridolin Weigand, Peter Saal und Theo Lenhardt in Gemeinschaftsarbeit her.

Auch Bürgermeister Michael Kastl, seit wenigen Tagen im Amt, war zur offiziellen Vorstellung der Begrüßungstafeln gekommen und lobte die Eigeninitiative, die hier einige Bürger gezeigt haben. Es war übrigens sein erster Besuch in einem Stadtteil, seitdem er im Amt ist. "Heute werden diese Tafeln aus Metall und Holz gemacht, mit Material, das die beiden örtlichen Firmen verwenden", erklärte übrigens Anton Röder, "vor 100 Jahren hätte man Sandstein verwendet". Seinerzeit war Wermerichshausen als Steinhauer-Dorf bekannt, da es in der Nähe viel Sandstein gab, der gebrochen und bearbeitet wurde.