Ulla Müller ist rundherum zufrieden. "Ich bekomme nur positives Feedback", sagt die Ortssprecherin von Wermerichshausen. "Das hat der Bauhof super gemacht." Im ersten Abschnitt der Umgestaltung des Friedhofs in Wermerichshausen haben die städtischen Mitarbeiter drei Bäume und Büsche gepflanzt. Um einen Baum an zentraler Stelle ist eine Grünfläche entstanden, in der künftig Baumbestattungen möglich sind. Nun muss aber erst einmal die Friedhofssatzung entsprechend geändert werden. Denn so etwas gab es im Stadtgebiet bisher nicht.

Angefangen hat alles mit der erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" vor zwei Jahren. Dabei schauten sich die Jurymitglieder unter der Leitung des Kreisfachberaters für Gartenkultur und Landespflege, Dieter Büttner, den Ort an, verteilten Lob und gaben Anregungen, wo noch etwas verbessert werden könnte. Beim Friedhof sah die Jury noch gestalterische Möglichkeiten, die Dieter Büttner später vor Ort mit konkreten Vorschlägen konkretisierte. Nachdem sich auch der Stadtrat vor Ort ein Bild gemacht und sein Einverständnis gegeben hatte, begann der erste Abschnitt der Umgestaltung.

Das Gesamtvorhaben sei in Abschnitte zerlegt worden, der erste sei nun fertig, sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Es gehe da auch um die Verhältnismäßigkeit und die Kosten. "Das Wichtigste war, die Möglichkeit zu schaffen, sich unter einem Baum in einer Urne bestatten zu lassen." Das sei das Kernstück der Umgestaltung und deshalb habe man auch damit begonnen. Nun lasse sich die Stadt Zweit, der zweite Abschnitt werde nicht gleich kommen. Der Friedhof in Wermerichshausen sei ohnehin einer der schönsten im Stadtgebiet. Möglicherweise sei der Idealzustand jetzt schon erreicht. Vorgesehen war noch eine Begrünung und kleinere gestalterische Arbeiten an der Kreuzigungsgruppe.

"Das ist das erste Urnenfeld in Münnerstadt unter einem Baum", sagte Umweltreferent Klaus Schebler (Neue Wege). Und das findet Ulla Müller "total schön". Es sei zwar etwas Neues, wirke aber nicht wie ein Fremdkörper , meinte der Bürgermeister. "Es sieht so auch, als wäre es schon immer da gewesen." Die neue Urnenanlage mit Baum habe so Vorbildcharakter für die die anderen Friedhöfe.

In seiner Funktion als Friedhofsreferent hat Klaus Schebler einschlägige Erfahrungen mit Baumen auf Friedhöfen, dien wegen des Laubes oft auch reichlich Konfliktpotenzial bieten. Die Büttner habe für den Friedhof in Wermerichshausen Bäume mit einer sehr schlanken Krone empfohlen, die sehr spät das Laub abwerfen. Außerdem werfen diese Bäume das Laub nicht über Wochen, sondern in einem kurzen Zeitraum ab. Bei den Einwohnern ist die Umgestaltung sehr gut angekommen, versichert Ulla Müller. So hat sich die Teilnahme am Wettbewerb auch so schon gelohnt. Der ist übrigens noch nicht zu Ende. Der Wettbewerb auf Bezirksebene konnte wegen Corona nicht stattfinden, wird aber noch nachgeholt.